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ISS-Astronauten mussten Weltraumtouristen "stark unterstützen"

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer berichtete, wie der Besuch von Touristen auf der Internationalen Weltraumstation ISS abgelaufen ist. Auch wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auf der ISS aufgenommen wurde, berichtete der 52-Jährige.

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ESA-Astronaut Matthias Maurer nach seiner Rückkehr von der Weltraummission Cosmic Kiss.
© IMAGO/Christoph Hardt

Köln – Wenige Tage nach der Rückkehr von seiner ersten Weltraummission auf die Erde hat der deutsche Astronaut Matthias Maurer ein gemischtes Fazit über die Besuche von Touristen auf der Internationalen Raumstation ISS gezogen. Während der Aufenthalt des japanischen Weltraumtouristen Yusaku Maezawa im Dezember "hervorragend" verlaufen sei, hätten die Weltraumtouristen aus den USA viel Hilfe gebraucht, sagte Maurer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Köln.

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Zu acht sei es eng geworden auf der ISS. "Im Endeffekt mussten wir sie sehr stark unterstützen, das hat natürlich für uns bedeutet: Unsere Arbeit blieb liegen", sagte Maurer. Für acht Menschen habe es nicht genug Forschungsmöglichkeiten gegeben, auch eine ausreichende Unterstützung von der Erde aus sei nicht möglich gewesen. Die Touristen bräuchten insgesamt eine "einfachere Infrastruktur, die weniger fehleranfällig ist".

Gleichzeitig habe der Weltraumbesuch der drei Unternehmer unter Leitung eines früheren Astronauten auch eine positive Seite gehabt: "Diese Weltraumtouristen haben natürlich ein ganz anderes Netzwerk dadurch, dass sie einer anderen Bevölkerungsschicht angehören", sagte Maurer. Auch privat würden die Unternehmer viel Geld für Forschung spenden. Auf der ISS hätten die Astronauten plötzlich Zugang zu Wissenschaftern und Experimenten gehabt, "die über den klassischen Weg der Raumfahrt nicht so schnell oben angekommen wären". Er sei sich sicher, dass die Raumfahrt der Zukunft kommerziell ablaufen wird.

Als absoluten Höhepunkt seiner Mission "Cosmic Kiss" bezeichnete Maurer seinen Außenbordeinsatz. "Ich habe mich gefühlt wie Alice im Wunderland - plötzlich steige ich aus, falle in diesen Brunnen runter und entdecke eine neue, ganz einzigartige Welt", sagte er. Der Weltraumspaziergang sei für ihn der "tollste" Tag im All gewesen.

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Nachrichten zur Gewalteskalation in der Ukraine und dem Beginn des russischen Angriffskriegs hätten er und seine Astronautenkollegen täglich verfolgt. Die russischen Besatzungsmitglieder hätten das Thema "direkt angesprochen". Alle Astronauten seien "entsetzt und betroffen" über die Entwicklungen auf der Erde gewesen. "Ich hatte den Luxus, dass ich da oben in einer kleinen Blase leben durfte", sagte Maurer.

Auf der ISS hätten die Astronauten "wie Brüder und Schwestern" gelebt. Wegen des Kriegs gibt es erhebliche Spannungen zwischen Moskau und den westlichen Raumfahrtnationen. Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte zuletzt die Zukunft der Station nach Auslaufen des Vertrags 2024 offen gelassen. Die NASA strebt dagegen eine Laufzeit bis 2030 an.

Fünf Tage nach seiner Rückkehr zur Erde fühlt sich Maurer nach eigenen Angaben bis auf etwas Kopfschmerzen wunderbar. Er habe festgestellt, dass die Gewöhnung an die Schwerkraft anstrengender sei als die an die Schwerelosigkeit. Den Flug aus den USA nach Köln direkt nach seiner Erdlandung habe er komplett im Liegen zurückgelegt, um sich etwas zu erholen. "Die Schwerkraft hat auch Vorteile, nämlich dass das Essen auf dem Teller bleibt", meinte der Astronaut.

Maurer war am Freitag nach einem halben Jahr auf der ISS auf die Erde zurückgekehrt. Der 52-Jährige landete mit drei US-Kollegen an Bord einer Dragon-Kapsel des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX vor der Küste Floridas im Meer und flog dann an Bord einer Luftwaffenmaschine nach Deutschland. Maurer war der 600. Mensch und der zwölfte Deutsche im All. (APA, AFP, dpa)


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