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EU und Katar wollen Atom-Gespräche mit Iran voranbringen

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Atom-Unterhändler Ali Bagheri Kani trifft EU-Vertreter Enrique Mora in Teheran.
© IMAGO/Iranian Foreign Ministry

Doha, Teheran – Die EU und das Emirat Katar bemühen sich um Fortschritte bei den Atom-Gesprächen mit dem Iran. Es brauche eine Einigung, die für alle "fair" ist, sagte der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, am Donnerstag bei einem Treffen mit Irans Staatsspitze in Teheran. Der EU-Unterhändler Enrique Mora setzte seine Gespräche im Iran fort. Aus Diplomatenkreisen wurde jedoch Skepsis hinsichtlich einer baldigen Einigung geäußert.

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Katar ist ein enger Verbündeter der USA und unterhält zugleich gute Beziehungen zu Teheran. Im Streit um das Atomprogramm des Iran hatte das Emirat zuletzt hinter den Kulissen eine Vermittlerrolle übernommen. Die EU hat sich die Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran schon seit langem auf die Fahne geschrieben.

Der EU-Unterhändler Mora sei in Teheran, "um dieses Abkommen zu retten", sagte ein Sprecher des auswärtigen Dienstes der EU. Mora wolle die Gespräche voranbringen, "damit er nach Wien zurückkehren und sie positiv abschließen kann". Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna traf sich der spanische Diplomat am Donnerstag erneut mit dem iranischen Chefunterhändler Ali Bagheri.

Bis Mitte März hatten Vertreter von China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Russland sowie indirekt auch der USA in Wien mit dem Iran über eine Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 verhandelt. Mitte März wurden die Gespräche aber ausgesetzt.

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Verhandlungen weiter festgefahren

Die Verhandlungen seien weiterhin "festgefahren", verlautete am Donnerstag aus französischen Diplomatenkreisen. Zu den wichtigsten verbleibenden Streitpunkten für eine Neuauflage des Abkommens zählt die Forderung Teherans, die iranischen Revolutionsgarden von der US-Liste terroristischer Organisationen zu streichen. Deswegen sei im März eine nahezu fertige Einigung nicht zustande gekommen, sagte die französische Quelle.

Das Atomabkommen von 2015 sicherte dem Iran die Lockerung von Sanktionen zu. Dafür sollte der Iran sein Atomprogramm einschränken. Die USA stiegen aber unter dem früheren Präsidenten Donald Trump einseitig aus dem Abkommen aus. In der Folge hielt auch Teheran seine Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht mehr ein und weitete sein Atomprogramm wieder aus. (APA/AFP)


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