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Neuer „Fairness-Codex“ soll Kunst und Kultur resilienter machen

An dem Codex arbeiteten Interessensgemeinschaften, Bund und Bundesländer mit. Die Richtlinien sollen den Kunst- und Kulturbereich resilienter machen.

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Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne).
© Michael Indra via www.imago-images.de

Wien – Ein Jahr war er in Entstehung – nun ist mit dem "Fairness-Codex – Kunst und Kultur in Österreich" der erste festgeschriebene Kooperationsstandard für die österreichische Kunst- und Kulturszene da. Entlang der Werte Respekt und Wertschätzung, Nachhaltigkeit, Transparenz und Vielfalt sollen sich die Anwender – nämlich "alle Kulturbetriebe" – weiterentwickeln, erklärte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) bei einer Pressekonferenz im Volkstheater am Freitag.

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2020 sei ein Fairnessprozess gestartet worden, das Ergebnis einer Fokusgruppe werde nun mit dem Codex öffentlich. An diesem arbeiteten sowohl Interessensgemeinschaften als auch Bund und Bundesländer mit, betonte Mayer die "breite Basis" der Richtlinien. Diese sollen den Kunst- und Kulturbereich resilienter machen. Mögliche Kritik nahm Mayer vorweg: Man könne dem Codex vorwerfen, er sei zu offen formuliert. Jedoch sei es ihr wichtig gewesen, eine "Leitplanke zu entwickeln, an der sich alle orientieren können". So etwas sei sehr hilfreich, meinte auch der kaufmännische Direktor des Volkstheaters Wien Cay Urbanek; sein Haus wolle der "Verantwortung gerecht werden, die häufig auf der Bühne artikuliert wird".

Im Jahr 2020 seien die fragilen Arbeitsbeziehungen zwischen Künstlern und Künstlerinnen, Organisationen und Institutionen sichtbar geworden, begründete Ulrike Kuner, Geschäftsführerin der IG Freie Theaterarbeit, die Notwendigkeit der neuen Richtlinien. Eine Flut von Absagen hätte vor allem Einzelkünstlerinnen massiv getroffen. Mit dem Codex soll in Zukunft Transparenz und Vertrauen geschaffen werden. Gemeinsam mit Künstlern werden nun konkrete Beispiele für ein faires Arbeiten ausgearbeitet und dem "Ding tatsächlich Leben eingehaucht", so Kuner.

Nicht rechtlich bindend

Rechtlich verbindlich ist das Dokument nicht. Man leiste damit "Awareness-Arbeit", Kulturbetriebe sollten das Dokument intern diskutieren und vielleicht auf ihre Homepage stellen. So würde sich die Lage zum Positiven verändern, ist Mayer überzeugt. Erste Anwender seien bundeseigene Organisationen wie Bundestheater und -museen oder das Bundesdenkmalamt.

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Damit Kunst und Kultur frei sein können, brauche es gerechte Bezahlung, meinte David Prieth, Geschäftsführer der Plattform mobile Kulturinitiativen (p.m.k). Dieses Thema wird nicht nur im Codex angeschnitten. Derzeit beschäftigt sich damit eine weitere Fokusgruppe, auch hier zeigte sich Mayer zuversichtlich. Der Bund habe in einer Pilotphase außerdem 6,5 Mio. Euro zusätzlich für "Fair Pay" bereitgestellt. Gerade sei man außerdem dabei, eine Vertrauensstelle für die Bereiche Kunst und Kultur zu schaffen, außerdem werde das Theaterarbeitsgesetz in dieser Legislaturperiode novelliert.

Kritik von SPÖ

Mit Kritik reagierte SPÖ-Kultursprecherin Gabriele Heinisch-Hosek auf den Fairness-Codex. Sie habe sich mehr erwartet als eine A5-Broschüre mit vier Seiten allgemein gehaltenem Text. "Völlig offen bleibt darin die Rolle der Politik; es bleibt eine reine Selbstverpflichtung der Institutionen – die Politik und ihre Verantwortung für Fair Pay bleibt völlig außen vor", sagte sie in einer Aussendung. Sie vermisst "konkrete Ideen, Standards und Orientierungshilfen für Fair Pay." (APA)


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