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„Sau rauslassen": Eintracht nach Triumph in der Europa League euphorisiert

Selbst der sonst so ruhige Erfolgstrainer Oliver Glasner mutierte nach dem Triumph der Frankfurter in der Europa League zum Partybiest: „Ich feiere jetzt bis Samstag durch - und am Sonntag gehe ich in den Urlaub".

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Oliver Glasner durfte die Europa-League-Trophäe in die Höhe stemmen.
© IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Sevilla/Frankfurt am Main - Nach dem Europa-League-Triumph von Sevilla feierte Oliver Glasner in lieb gewordener Tradition per "Bauchfleck", die Tage danach will der Oberösterreicher nun "die Sau rauslassen". Eintracht Frankfurt mit dem Coach aus Oberösterreich genoss den größten Moment der Clubgeschichte in der Nacht auf Donnerstag in andalusischer Hitze mit den euphorisierten Fans. Für Glasner endete seine erste Saison bei der Eintracht mit internationalen Höhen und nationalen Tiefen im Jubelmeer.

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Nach dem 5:4-Sieg im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers brachen bei den Frankfurtern und ihren Zehntausenden Fans in Sevilla und daheim alle Dämme. "Wir haben immer nach Superlativen gesucht. Aber es gibt einfach kein Wort, um das zu beschreiben", sagte Torhüter Kevin Trapp, der neben Torschütze Rafael Borre zum zweiten Matchwinner der Hessen wurde. Beim Stand von 1:1 glänzte Trapp kurz vor Ende der Verlängerung mit einer Fußabwehr aus wenigen Metern und parierte im Elferkrimi den Versuch von Aaron Ramsey. Alle anderen neun Schützen verwerteten ihre Versuche.

"Heute werde ich auch einmal die Sau rauslassen. Und morgen auch. Und wahrscheinlich auch übermorgen. Und wenn es nicht mehr geht, werde ich in den wohlverdienten Urlaub gehen", sagte Glasner gegenüber ServusTV. Wenn die Mannschaft am Donnerstagabend den Pokal am Frankfurter Römer präsentiert, dürfte die Main-Metropole eine Party bisher unbekannten Ausmaßes erleben. Etwa 100.000 Menschen werden erwartet. Entsprechend groß war auch bei Glasner die Vorfreude: "Die Reise endet nicht hier in Sevilla, sie endet mit unseren Fans am Römer."

Mit dem Erfolg schrieb die Eintracht 42 Jahre nach dem Gewinn des UEFA-Cups Vereinsgeschichte und darf sich nun auch über einen Millionenregen freuen. Nach Platz elf in der abgelaufenen Bundesliga-Saison stand für die Frankfurter in Sevilla auch das internationale Geschäft auf dem Spiel. Nun darf der Club als fünfter deutscher Vertreter in der Champions League antreten.

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Ein Bauchfleck ohne Folgen: Glasner feiert mit seiner Mannschaft.
© IMAGO/Revierfoto

Einen Vorgeschmack auf die Königsklasse gibt es schon am 10. August beim Supercup. Dann heißt der Gegner in Helsinki entweder Liverpool oder Real Madrid. Trotz aller Wachstumschancen will sich der Verein aber treu bleiben. "Wir gehen jetzt nicht groß einkaufen, weil wir uns einmal für die Champions League qualifiziert haben", sagte Eintracht-Präsident Peter Fischer. "In diesem Verein wird es kein Harakiri geben."

"Die Reise geht weiter in der Champions League", wusste der verletzte Martin Hinteregger, der die Partie offenbar nervös wie nie als Zuschauer verfolgt hatte. Bei der Siegerehrung durfte der österreichische Internationale ebenso mitfeiern wie Stefan Ilsanker, der im Herbst zwei Kurzeinsätze in der Gruppenphase verbucht hatte. Im Frühjahr war er nicht mehr dabei, sein Vertrag endet.

© APA

Alle 13 Bewerbspartien blieb die Eintracht in der Europa League ungeschlagen. Einen Grund für die Erfolge sah Glasner in der verpassten Champions-League-Qualifikation im vergangenen Jahr. "Wisst ihr, wo die Ursache für den heutigen Titel liegt? Im letztjährigen Scheitern an der Qualifikation. Das ist so oft im Leben so. Es gibt Rückschläge und dann zeigt sich, ob du ein Großer bist", betonte der 47-Jährige. "Die Mannschaft und der Verein sind zurückgekommen, sind belohnt worden für die Beharrlichkeit. So ist Fußball, so ist das Leben", fügte Glasner an.

Erst im Sommer hatte der ehemalige LASK-Coach von seinem Landsmann Adi Hütter, der nach Mönchengladbach wechselte, übernommen. Mit nahm Glasner vom VfL Wolfsburg auch seinen "Co" Michael Angerschmid, sein zweiter Assistent Ronald Brunmayr kam von Blau Weiß Linz an den Main. Das Trio erlebte zu Beginn schwierige Wochen. Anfang November musste Sportvorstand Markus Krösche seinen Trainer gegen aufkommende Kritik verteidigen. Vom Abstiegskampf war damals die Rede. Etwas mehr als sechs Monate später scheinen dies längst vergangene Misstöne.

Die Rangers gingen als Geschlagene vom Feld. Nach der Führung durch Joe Aribo sahen die Schotten kurz wie die Sieger aus, dem Sieg im Cup der Cupsieger 1972 sollte jedoch keine weitere Trophäe folgen. "Es ist nie nett zu verlieren. Jedem tut es weh", sagte Trainer Giovanni van Bronckhorst. Weh tat den Rangers die von Trapp vereitelte Großchance von Ryan Kent. "Er hat alles getan, was er konnte. Es war eine großartige Parade", meinte Van Bronckhorst. Die Rangers müssen als schottischer Vizemeister nun durch die Mühlen der Qualifikation, um an der Champions League teilzunehmen. (APA/dpa)


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