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Andrè Schuen bei „Musik im Riesen“: Ein Sänger lässt von sich hören

Andrè Schuen und Daniel Heide beschließen unter viel Beifall die „Musik im Riesen“.

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Begleitet von Daniel Heide, zeigt sich Bariton Andrè Schuen als kraftstrotzender, aber auch sensibler Liedsänger.
© Swarovski Kristallwelten

Wattens – Andrè Schuen mag es gerne auch laut. Beim heftig bejubelten Liederabend zum Abschluss von „Musik im Riesen“ in Wattens lässt der Südtiroler Bariton deutlich von sich hören. Teil 1 des Abends, Lieder von Schubert und Mahler, mithin eher weniger lebensbejahende Kost, bringt der aufstrebende Opern- und Gesangsstar aus dem Gadertal so herüber, wie er als Mannsbild vor dem Flügel Position bezieht: mit breiter Brust und ebensolchen Tönen, kraftstrotzend, mit sängerischen Reizen keinesfalls geizend. Seht her, da steht einer, der es draufhat!

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Schuens Version von Schuberts „Erlkönig“ ist an Dramatik und Lautstärke kaum zu toppen. Vater und Sohn versinken in einem angstvoll panischen Wechselgesang, der an Entsetzen Fahrt aufnimmt bis zum bitteren Ende. Selbst ein Schmachtfetzen wie Erich Wolfgang Korngolds „Was du mir bist“ – übrigens: optimal für den Heiratsantrag, wenn auch gesanglich eine Herausforderung! – trägt Schuen mit (zu?) viel Power vor.

Daniel Heide, der großartige Begleiter am Steinway-Flügel der Familie Schindler, ist dem Sänger ein kongenialer Partner. Der Pianist lässt sich nicht abschütteln, ist präsent, verzückt lächelnd, den Text leise mitsprechend. Ein tolles Gespann, die beiden.

Und dann: Wie auf Knopfdruck zeigt Schuen seine lyrische Seite, anhand eines Nachschlags weiterer Schubert-Lieder, darunter, wie unbeschreiblich schön, „An den Mond in einer Herbstnacht“. So viel Gefühl und Hingabe, glasklar die Artikulation und Verständlichkeit, tadellos elegant auch die etwas höheren Töne. Ein wahrlich berauschendes Finale.

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Hochkarätig ist zuvor auch der restliche Konzertsamstag in Wattens. Das Belcea Quartet offenbart in fantastischer Manier, was Kammermusik ausmacht: vier Virtuosen auf der Bühne, doch was zählt, ist das Ganze, nicht die Kunst des Einzelnen. Fast schon schmerzlich ergreifend erklingt Schuberts d-Moll-Streichquartett D 810, genannt „Der Tod und das Mädchen“, mit diesem zweiten Satz für die Ewigkeit.

Nachmittags legt das junge Tiroler Streicherquartett Quartissimo eine Talentprobe ab, gefördert und inspiriert von den großen Namen dieses Festivals. (mark)


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