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Abstieg verhindert: ÖEHV-Team belohnte sich mit Kraftakt für starke WM

Das Schlussdrittel gegen Großritannien brachte das Ticket fpür die WM 2023. Im Gesamtrang belegt Österreich den 11. Platz, so gut wie seit 18 Jahren nicht mehr.

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Das Nationalteam, hier Benjamin Nisser und Ali Wukovits, belohnte sich mit einem furiosen Finale gegen Großbritannien.
© GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Tampere, Helsinki – Mit einem furiosen Finale hat Österreichs Eishockey-Nationalteam ein bärenstarkes Turnier gekrönt. Im Entscheidungsspiel der A-WM am Montagabend gegen Großbritannien mit dem Rücken zur Wand (0:2) kämpfte sich das ÖEHV-Team mit fünf Treffern im Schlussdrittel zu einem 5:3-Erfolg. Abstieg verhindert, sensationelle Punktgewinne und die beste Platzierung seit 18 Jahren standen in Tampere am Ende auf der Habenseite, und das mit 13 WM-Neulingen.

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Vor drei Jahren in Bratislava hatte eine Niederlage im Penaltyschießen gegen Italien (3:4) den Abstieg bedeutet. Diesmal erzwangen Kapitän Thomas Raffl und Co. nach einem sehr schwachen, weil nervösen Start im entscheidenden Duell den Klassenerhalt, den zweiten seit 2004 (nach Kopenhagen 2018). "Im Profisport ist der Unterschied zwischen gewinnen und verlieren so schmal, ich bin heute nur froh, dass ich auf der Gewinnerseite stehe", freute sich Raffl. "Wir sind am Schluss für die harte Arbeit im ganzen Turnier belohnt worden", sagte Torhüter Bernhard Starkbaum. "Alles in allem war es eine supergeile WM", meinte Lukas Haudum.

Sieg gegen Tschechien als Highlight

Die Bilanz bestätigt das. Österreich blieb erstmals seit 18 Jahren ohne Debakel (0:3 gegen Finnland war die höchste Niederlage), forderte die Topnationen, holte gegen USA (2:3 n.V.) und Lettland (3:4 n.P.) überraschend Punkte und feierte mit einem 2:1 n.P. gegen Tschechien sensationell den ersten Sieg überhaupt gegen den sechsfachen Weltmeister. "Man sieht, mit den Leistungen, die wir hier gezeigt haben, dass es bergauf geht", erklärte Benjamin Nissner. Das meint auch Jukka Jalonen, als finnischer Teamchef Olympiasieger, der Österreich eine positive Überraschung nannte.

Vater des Erfolgs ist Teamchef Roger Bader, dem Philip Lukas, Markus Peintner und Reinhard Divis zur Seite stehen sowie bei der WM die Schweizer Eishockeylegende Arno del Curto, der als Motivator und Einzelcoach wichtige Inputs lieferte.

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Bader hat das Nationalteam im Herbst 2016 übernommen und von Rang 20 in der Weltrangliste auf Gesamtrang 11 bei der WM geführt, so gut wie zuletzt 2004. Er hat die Mannschaft verjüngt, bei der Kader-Zusammenstellung Wert auf die Physis gelegt und die Spieler in einer insgesamt sechswöchigen Vorbereitung auf einen aktiven Spielstil getrimmt.

"Spielen im Nationalteam ein anderes Eishockey"

"Ich glaube schon, dass man erkennt, dass es eine Mannschaft von mir ist", sagte der Schweizer in der Stunde des Triumphs. "Wir spielen im Nationalteam sicher ein anderes Eishockey (Anm.: als die ICE-Clubs). Wir wollen den Gegner permanent unter Druck setzen. Wir propagieren dieses geradlinige Umschalten gegenüber dem eher kontrollierenden Eishockey in der Liga. Ich bin überzeugt, dass es diesen Stil braucht, um international Erfolg zu haben", sagte Bader.

Dabei ist auch Platz für Spieler, denen in der Liga nicht sehr vertraut wird. Wie Raphael Wolf 2019 oder heuer Philipp Wimmer (20) und David Maier (22). Insgesamt 21 von 25 Kaderspielern gehören Teams der heimischen ICE-Liga an. "Man sieht, dass sich das Niveau dieser internationalen Liga immer mehr steigert und die Spieler auch auf europäischem Top-Level mehr als konkurrenzfähig sind", sagte Liga-Präsident Jochen Pildner-Steinburg.

Gespräche um Bader-Verbleib

Baders Vertrag läuft aus, sowohl der Verband als auch der 57-Jährige haben Interesse durchblicken lassen, die Zusammenarbeit weiter zu führen. Gespräche soll es noch diese Woche in Tampere geben. Einen Aufstieg, zweimal Klassenerhalt und als Negativerlebnis das unglückliche Scheitern vor drei Jahren gegen Italien hat Bader bei vier WM-Turnieren zu Buche stehen.

"Man weiß, dass ich mit Leib und Seele österreichischer Teamchef bin", sagte Bader nach dem Erfolg. Denn er sieht die Mannschaft längst nicht am Plafond angekommen. "Es gibt noch viel zu entwickeln, da bin ich schon motiviert", erklärte er. Ziel ist, das rot-weiß-rote Nationalteam in der A-Gruppe zu etablieren. Die nächste Chance dazu gibt es nächstes Jahr in Tampere/Riga, der gemeinsamen und einzigen Bewerbung für die Austragung der WM 2023.

Dabei ist Jugend kein Nachteil. "Die Mannschaft ist jung, wird vielleicht noch jünger, bevor sie älter wird", sagte Bader. Er meint damit die verletzungsbedingten Ausfälle der Stürmer Benjamin Baumgartner (22) im zweiten Spiel, Dominic Zwerger (25) oder Marco Rossi (20) sowie Verteidiger Thimo Nickl (20). Mit Marco Kasper (18) hat in Tampere der jüngste Spieler dieser WM sein Talent eindrucksvoll bewiesen. Ein großes Problem tut sich allerdings auf der Torhüterposition auf, weil nach Bernhard Starkbaum (36) und David Kickert (28) nicht sehr viel nachkommt.

Dass Österreich ein starkes Turnier spielte, zeigt sich nicht nur mit sieben Punkten und Rang sechs in der Tabelle der Gruppe B, sondern auch bei diversen Statistiken. Peter Schneider lag nach der Gruppenphase mit neun Punkten (drei Tore, sechs Assists) auf Rang vier der Scorerwertung, Dominique Heinrich war mit drei Toren und vier Assists drittbester Verteidiger. Im Penalty-Killing war Österreich die Nummer fünf, hinter den Topteams Finnland, Schweiz, Schweden und USA. (APA)


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