Football

Kalte Vikings-Dusche für die Raiders zum Einstand der ELF

Philip Haun (r.) stemmte sich trotz erzielten Touchdowns vergeblich gegen die Auftaktniederlage.
© gepa

Von Alois Moser

Innsbruck – Alles war angerichtet für ein Football-Fest am Innsbrucker Tivoli: mit der European League of Football (ELF) ein neues, hochklassiges Format, mit rund 3750 Zuschauern und Traumwetter eine tolle Kulisse, und dann auch noch mit den Vienna Vikings der Erzrivale zu Gast. Doch nach einem heißen Start auf der neuen europäischen Bühne gab es für die Raiders schlussendlich eine sprichwörtliche kalte Dusche. Und das nicht nur, weil der Himmel im Verlauf der Partie seine Schleusen öffnete und das Match sogar zweimal unterbrochen werden musste.

Vielmehr gaben die Tiroler nach einer beherzten Aufholjagd noch den auf dem Präsentierteller bereit liegenden Sieg aus den Händen, als Quarterback Sean Shelton den entscheidenden Pass nicht mehr an den Mann brachte. „Wir waren bis zum Schluss am Drücker, das ist positiv“, bilanzierte Headcoach Kevin Herron nach der 23:29-Niederlage, um gleich nachzulegen: „Wir müssen die Spiele gewinnen, bei denen wir am Drücker sind.“ Die laut Herron „zu vielen Fehler“ hätten den Unterschied gemacht – aber dem Headcoach stank etwas anderes noch viel mehr: „Ich habe zu den Spielern über Raider-Standards gesprochen, und offensichtlich werden wir noch härter trainieren müssen, um diese Standards zu erfüllen.“ Die bittere Pleite soll also für so manchen ein Warnschuss gewesen sein – trotzdem freute sich auch Herron, endlich wieder einmal vor dem „großartigen Publikum“ im Tivoli spielen zu können. Auch Club-Managerin Claudia Nuener stieß angesichts der trotz Wetterunterbrechung tapfer ausharrenden Zuschauer ins selbe Horn: „Wir sind stolz, dass wir trotz Pfingsten so viele Football-Fans mobilisieren konnten. “

Bis zum in sportlicher Hinsicht enttäuschenden Finish verlief der Einstand der Raiders in der neuen Liga also durchaus erfolgreich. Am Samstag (15 Uhr) können die Tiroler aber in Köln auch diese Scharte gleich wieder auswetzen. Kapitän Adrian Platzgummer hatte im Vorfeld den „Reiz“ beschworen, den die neue Liga und die neuen Gegner ausmachen – nun gilt es, mit den altbekannten Raiders-Qualitäten dagegenzuhalten.