Nations League

Österreich gegen Weltmeister Frankreich: „Angriff ist die beste Verteidigung“

Die Österreicher wollen heute die Franzosen „stressen“ – ein Schlüsselspieler könnte der zweikampfstarke Dauerläufer Konrad Laimer sein.
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Erstmals seit Juni 2018 ist das Wiener Ernst-Happel-Stadion heute (20.45 Uhr, live ORF 1) ausverkauft, wenn Österreich das weltmeisterliche Starensemble aus Frankreich zum fußballerischen Tanz bittet.

Von Tobias Waidhofer

Wien – Das Loch ist geflickt und der Stromkreislauf (hoffentlich) stabil – nun heißt es Vorhang auf für ein Match, auf das alle hinfiebern: Trainer wie Spieler, Funktionäre wie Fans – Österreich empfängt heute (20.45 Uhr, live ORF 1) vor vollem Haus (48.500 Zuschauer) das weltmeisterliche Starensemble aus Frankreich.

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Und selbst wer die vergangenen Monate unter einem Stein gelebt hatte, der wusste spätestens nach der Abschluss-Pressekonferenz, dass da nicht mehr Franco Foda (unterschrieb am Mittwochabend beim FC Zürich), sondern Ralf Rangnick auf dem Podium saß. Denn der Schwabe sprach einen Satz, wie ihn sein vorsichtiger(er) Vorgänger vor einem Duell mit Frankreich so nie formuliert hätte: „Angriff ist gegen so ein Team die beste Verteidigung. Wir haben nur eine Chance, wenn wir proaktiv sind.“ Sich dagegen zu viel mit den großen Namen auf der gegenüberliegenden Spielfeldseite zu beschäftigen, würde „sicher nicht zum Ziel führen“.

⚽ Nations League, Liga A - Gruppe 1, 3. Runde

Österreich - Frankreich 20.45 Uhr (live ORF 1)

  • Wien, Ernst Happel Stadion, SR Sidiropoulos/GRE
  • Österreich: Fraisl (Schalke/0 Länderspiele) - Lainer (Mönchengladbach/35/2 Tore), Danso (Lens/8/0), Alaba (Real Madrid/93/14), Wöber (Salzburg/8/0) - Laimer (RB Leipzig/22/2), Sabitzer (Bayern/62/12), X. Schlager (Wolfsburg/27/2), Seiwald (Salzburg/5/0) - Arnautovic (Bologna/100/33), Gregoritsch (Augsburg/37/7)
  • Frankreich: Lloris (Tottenham Hotspur) - Saliba (Olympique Marseille), L. Hernandez (Bayern München), Kounde (FC Sevilla) - Coman (Bayern München), Kante (Chelsea), Tchouameni (AS Monaco), T. Hernandez (AC Milan) - Griezmann (Atletico Madrid) - Benzema (Real Madrid), Nkunku (RB Leipzig)
  • Parallelspiel am Freitag (20.45 Uhr): Dänemark - Kroatien
  • Nächste Runde (jeweils Montag, 20.45 Uhr): Dänemark - Österreich, Frankreich - Kroatien

Das neue ÖFB-Selbstverständnis bringt der 63-Jährige dann so auf den Punkt: „Die Leistungen zu bestätigen, ist zu wenig. Wir wollen einen Schritt nach vorne machen. Es geht darum zu punkten.“ Doch natürlich muss Rangnick niemand von der Qualität des millionenschweren französischen Ensembles rund um Mbappé (Paris/fällt heute wohl aus), Benzema (Real) oder Griezmann (Atlético) überzeugen. Einen Mbappé („Er hat alles, was ein moderner Stürmer braucht“) hatte Rangnick bereits als 16-Jährigen am Radar, beinahe wäre er damals sogar in Leipzig gelandet.

„Die Vorfreude ist riesig“, sagt David Alaba, der den „Weltfußballer in spe“, Karim Benzema, jeden Tag erlebt: „Es ist faszinierend zu sehen, wie er täglich an sich arbeitet. Es wird schwer.“ Vor allem für ihn selbst, denn Alaba wird heute wieder die ÖFB-Abwehr anführen. Personell – Christoph Baumgartner, Stefan Posch und der Tiroler Marco Friedl sind fraglich – kann Rangnick fast aus dem Vollen schöpfen: „Ja, wir haben die Qual der Wahl, wir werden eine möglichst frische, aber auch die bestmögliche Mannschaft ins Rennen schicken.“ Denn bei allem Selbstvertrauen weiß er: „Wir dürfen uns keine Fehler erlauben.“ Erstmals seit 2018 (damals gegen Brasilien) ist das Stadion ausverkauft. Vor acht Jahren hieß es vor der EM 2016: „Frankreich, wir kommen“, nun ist man geneigt zu sagen: „Frankreich kann kommen.“