Gebi Mair und Petra Wohlfahrtstätter sind neues Grünes Spitzenduo
Der 38-jährige Klubobmann Gebi Mair konnte sich gegen LR Gabriele Fischer mit 56 zu 44 Prozent durchsetzen und wird Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl. Petra Wohlfahrtstätter wird Platz zwei auf der Landesliste einnehmen.
Kufstein – Klubchef Gebi Mair und Petra Wohlfahrtstätter wurden zum Grünen Spitzenduo für die Landtagswahl gewählt. Sie setzten sich gegen LR Gabriele Fischer und LA Georg Kalttschmid mit 56 zu 44 Prozent durch. Das war das Ergebnis der Online-Befragung, die heute bei der Landesversammlung der Grünen in Kufstein bekannt gegeben wurde.
Intern wurde zuvor mit leichten Vorteilen für Fischer gerechnet, mit dem Walchseer Georg Kaltschmid konnte nämlich das Unterland mobilisiert werden. Mair und der Trinserin Wohlfahrtstätter wurden hingegen höhere Chancen im Großraum Innsbruck eingeräumt.
📽️ Video | Gebi Mair zum Spitzenkandidaten der Grünen gekürt
Überraschend doch Mair/Wohlfahrtstätter gewählt
Deshalb wird es eher als Überraschung gewertet, dass Mair und Wohlfahrtstätter das Rennen machten. Intern bedauerten aber schon im Vorfeld nicht wenige führende Grüne, dass letztlich ein grünes Zugpferd auf der Strecke bleiben dürfte. Von den stimmberechtigten 382 Mitgliedern haben 75 Prozent bzw. 285 online an der Wahl teilgenommen.
Mair holte im Anschluss zu einer teilweise sehr emotionalen Rede im Kufsteiner Stadtsaal aus. Er dankte dabei Partnerin Wohlfahrtstätter, die zuvor kurz zu Wort gekommen war. Es sei "zuallererst ihr Verdienst". Ganz klar sprach sich der Klubobmann gegen eine etwaige, manchmal gemutmaßte, vorgezogen Landtagswahl im Herbst aus.
Offenbar in Richtung ÖVP meinte er: "Es ist Zeit für Stabilität und Verlässlichkeit. Wir sind gewählt für die volle Legislaturperiode". Die Vollendung der Arbeit sei der Maßstab - und nicht ein Agieren nach politischer Opportunität.
"Windräder sind unsere Freiheitsstatue"
Die Grünen hätten einen Auftrag: Nämlich "Haltung" einzubringen. An ebendieser fehle es in der heutigen Gesellschaft, nicht am Wissen. "Wir sind die letzte Generation, die aktiv etwas gegen die Klimakrise tun kann. Wir haben die verdammte Pflicht". Dazu gehöre es, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Die Energiewende sei absolut notwendig, so Mair: "Fossile Energieträger befeuern nur Teuerung und Despoten". Mair trat für den massiven Ausbau von Photovoltaik ein und meinte: "Unsichtbare Windkraft wird es nicht geben. Windräder sind unsere Freiheitsstatue". Der größte Feind der Grünen sei das "alte Denken": Dazu gehöre etwa die Annahme, dass Sozialleistungen anheben leistungsfeindlich sei.
Erneut das Wort redete der Neo-Spitzenkandidat einer Wahlkampfkostenobergrenze und einem neuen Schutzgebiet noch vor der Wahl. Und er appellierte an grüne Geschlossenheit: "Helft uns alle. Gemeinsam sind wir ein gutes Team".
Die Zukunft von Fischer nach der Landtagswahl ist indes ungewiss. Sie werde auf jeden Fall bis zum Ende der Legislaturperiode Landesrätin bleiben, sagte sie. Über die Wahl hinaus ließ die Osttirolerin ihre Zukunft offen. Dies würden sie und Kaltschmid in den kommenden Tagen mit der Partei beraten. Das Wahlsystem der Grünen sehe keine fixen Listenplätze vor - und "das ist auch gut so". Sie sei davon überzeugt gewesen, der Partei einen "guten Themenmix" angeboten zu haben, deshalb sei sie klarerweise enttäuscht. Aber mit Mair und Wohlfahrtstätter sei auch ein "gutes Team" an der Spitze.
Chaostage bei der MFG
Während die Grünen trotz des Duells um die Spitzenkandidatur demonstrative Einigkeit beschwören, geht es bei der Impfgegnerpartei MFG weiter rund. Obmann Bernhard Schmidt hat beinahe den gesamten Vorstand ausgetauscht, seine Vorgangsweise scheint mittlerweile im Bundesvorstand auf massive Kritik zu stoßen. Für die Basis in Tirol ist Schmidt nicht länger tragbar, im Bundesvorstand wird das teilweise ebenso gesehen.
Es formiert sich Widerstand gegen den Tiroler Kollegen, offenbar soll er zum Rücktritt überredet werden, um die MFG-Landesorganisation in Tirol zu retten. Denn dort wollen sich die Schmidt-Kritiker dem ehemaligen Kärntner MFG-Landessprecher Alexander Todor-Kostic anschließen. Damit erwächst der MFG eine Konkurrenz aus den eigenen Reihen. (TT.com)
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