Ausstellung in Mieming: Die Welt zeichnerisch festgehalten
Mieming – Nicht jede Idee, die an einem Unsinnigen Donnerstag geboren und umgesetzt wird, ist zwangsläufig eine Schnapsidee. Es war der Unsinnige Donnerstag vor dem ersten Corona-Lockdown, als der Innsbrucker Joseph Hahn beschloss, die weltweite Bewegung der so genannten „Urban Sketchers“ auch in Tirol zu etablieren. Mit einem Rundruf über Social Media fand er recht schnell eine Gruppe Gleichgesinnter.
Dazu sei erklärt: Die Urban-Sketchers-Bewegung wurde 2007 in Seattle (USA) von Gabriel Campanario gegründet. Mit der zentralen Idee, mithilfe von Zeichnungen die Welt zu zeigen, die Umwelt wahrhaftig zu bezeugen, die Zeit und den Ort wiederzugeben, begeisterte er Hobbykünstler ebenso wie freischaffende Künstler. Mit einem Skizzenblock ausgestattet hält man fest, was immer einem wichtig erscheint. Schnell entwickelte sich eine weltweite Bewegung, welche sich über Blogs austauscht.
Ein Rundruf über WhatsApp genüge, sagt Joseph Hahn, und acht bis zehn Urban Sketchers der aktuell 30 Mitglieder in Tirol finden sich an einem bestimmten Ort ein, um künstlerisch aktiv zu werden. Gezeichnet wird überall: im Kaufhaus, am Bahnhof, im Stadtzentrum, vor bäuerlich ländlicher Architektur, in der ländlichen Idylle.
Die Idee, die Ergebnisse des kreativen Schaffens auch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren, hatte der Künstler Walter Resch. Im Kunst-Werk-Raum Mesnerhaus in Mieming ist es nun so weit. Hunderte von Arbeiten, vollgefüllte Notizbücher von mehr als beachtlicher Qualität warten darauf, entdeckt zu werden. Zu sehen bis 3. Juli, Samstag und Sonntag von 16 bis 20 Uhr. (hau)