Trotz Parteichaos will MFG für Wahl in Tirol kandidieren
Alle Parteien beschleunigen ihre Vorwahlprozesse. Leitgeb (NEOS) tritt nicht mehr an, bei LR Fischer (Grüne) deutet vieles auf Abschied.
Innsbruck – Die Bezirks- und Landeslisten für die Landtagswahl müssen bei einem Wahltermin am 25. September spätestens bis Mitte August fertig sein. Voraussichtlich werden sieben Parteien antreten. Denn trotz jüngster Turbulenzen bekräftigt der Landessprecher der impfkritischen MFG – „Menschen, Freiheit, Grundrechte“ Bernhard Schmidt, „dass wir selbstverständlich kandidieren“. Wird er die MFG in die Wahl führen? „Wenn der Wahltermin fixiert ist, werden wir das intern besprechen.“
Die Sozialdemokraten haben ihre Hausaufgaben mit den Kandidatenlisten schon gemacht, die Parteivorsitzender Georg Dornauer anführt. Die Freiheitlichen nur zum Teil. Obmann Markus Abwerzger wurde bereits als Spitzenkandidat fixiert, die restlichen Kandidaten werden nach dem Parteitag am 3. Juli nominiert. Großen Veränderungsbedarf sieht Abwerzger nicht, „wir haben bereits 2018 unser Team erneuert“. Evelyn Achhorner, Alexander Gamper und Patrick Haslwanter dürfen sich wieder berechtigte Hoffnungen machen. Im Bezirk Kufstein könnte Christofer Ranzmaier allerdings Konkurrenz vom neuen Kramsacher Bürgermeister Andreas Gang bekommen. Bundesrat Christoph Steiner ist ebenfalls ein Thema.
Bei den Grünen werden nach der Wahl des neuen Spitzenduos Gebi Mair und Petra Wohlfahrtstätter in einem zweistufigen Online-Verfahren die Landeslistenplätze drei bis neun gewählt. Landtagsvizepräsidentin Stephanie Jicha und Michael Mingler werden sich wohl wieder bewerben. Georg Kaltschmid lässt eine neuerliche Kandidatur gegenüber der TT noch offen, Landesrätin Gabriele Fischer überlegt noch. Wobei die Anzeichen bei ihr eher auf Abschied deuten.
Online – das ist zugleich das Stichwort für die NEOS. Ab 20. Juni beginnt ein komplizierter interner Vorwahlprozess, der ebenfalls online durchgeführt wird. Zwölf Kandidaten aus acht Bezirken bewerben sich, Landessprecher und Klubchef Dominik Oberhofer will wieder Spitzenkandidat werden. Bei der Landesversammlung der Pinken am 2. Juli in Innsbruck werden die Listenplätze nach den Vorschlägen der Mitglieder offiziell gewählt. Nicht mehr kandidieren wird der aktuelle Landtagsabgeordnete Andreas Leitgeb.
Hinter Oberhofer dürfte die Kufsteiner Gemeinderätin Birgit Obermüller die besten Chancen auf Platz zwei haben. Der Telfer Vizebürgermeister Hannes Augustin, Landesfinanzreferentin Franziska Schuen und JUNOS-Landesvorsitzende Susanna Riedlsperger rechnen sich ebenfalls Chancen auf einen vorderen Listenplatz aus.
Spannend wird es für die ÖVP im Bezirk Innsbruck-Land. Hinter LR Hannes Tratter dürften sich Cornelia Hagele, Landtagsvizepräsidentin Sophia Kircher und eine bäuerliche Kandidatin um den zweiten Platz matchen. Der Steinacher Bürgermeister Florian Riedl will ebenfalls wieder in den Landtag.
Und die Liste Fritz entscheidet Ende Juni, ob Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider oder Markus Sint das Bürgerforum in die Wahl führt. (pn)