Innsbruck

Pleite beim „ART Innsbruck“-Nachfolger: Aus der Insolvenz in die Insolvenz

Erstmals 1997 organisierte Penz die „ART“ in Innsbruck.
© Böhm

Johanna Penz hält für Oktober dennoch an ihrer geplanten Kunstmesse fest.

Innsbruck – Einst stand Johanna Penz für die „ART Innsbruck“, eine Kunstmesse, die seit 1997 in Innsbruck stattfand. Einst auch mit etlichen Unterstützern aus der heimischen Galerieszene. Doch dieses Interesse sank zunehmend, die Messe aber blieb. Am Ende stand Johanna Penz als Alleingesellschafterin der „ART“ mit 940.000 Euro Schulden da. Ein Rettungsversuch scheiterte. Ebenso wie der nachfolgende Deal: Nur ein geringer Teil der bei einem gerichtlichen Vergleich vereinbarten 100.000 Euro wurde zurückgezahlt.

Penz machte in Folge weiter wie bisher, aus einer „ART“ wurden aber gleich mehrere Unternehmungen, aus ein- wird zweigleisig. Mit „Galartery“, einem Onlineshop für Kunst, nahm Penz an Messen teil. Im Mai etwa an der „ArtMuc“– entnimmt man jedenfalls der Ausstellerliste der Münchner Veranstaltung.

Mit „IA international artfairs GmbH“ als Veranstalterin und ihr selbst als Direktorin organisierte Penz außerdem weiterhin die Innsbrucker Kunstmesse. Zuletzt im Oktober 2021. Für das 25-Jahr-„ART“-Jubiläum wechselte sie dafür von der Messehalle in die Olympiaworld. Alles so wie früher, nur aus „ART Innsbruck“ wurde „ARTfair“ im Messetitel.

Auf sicheren Beinen stand aber auch dieses Projekt nie: Gegen „IA international artfairs GmbH“ (vormals „Galartery GmbH“) wurde vorgestern am Landesgericht Innsbruck ein Insolvenzverfahren erst gar nicht eröffnet, da dafür kein kostendeckendes Vermögen vorhanden war. Kurzum: Penz ist nicht zahlungsfähig.

Messe im Oktober „wird definitiv stattfinden“

Aufgeben scheint dennoch keine Option: Eine neue Ausgabe der „ARTfair“ für Oktober 2022 ist bereits angesetzt. Bewerbungen sind ab sofort möglich. Inzwischen hat jedoch „PEFA Fine Art Ltd“, ein Unternehmen mit Sitz in Dublin und einer Niederlassung an Penz’ Adresse in Innsbruck, „IA international artfairs GmbH“ im Impressum der Messe abgelöst.

Damit aber nicht genug: Der Fall Penz könnte sich noch weiter auswachsen. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck jedenfalls hat bestätigt, dass im Rahmen des Insolvenzverfahrens auch strafrechtliche Ermittlungen gegen Penz eingeleitet wurden. Dabei muss nun festgestellt werden, ob Vermögenswerte an der Konkursmasse vorbeigeschleust wurden. Für Penz gilt die Unschuldsvermutung.

Die Unternehmerin selbst hält gestern auf Nachfrage an ihrem Messetermin im Oktober fest. „Die Art Fair 2022 wird definitiv stattfinden“, sagt Penz. Und weiter: Das Insolvenzverfahren gegen „IA international artfairs GmbH“ habe mit der Messe 2022 nichts zu tun. Zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft will sich Penz nicht äußern. (bunt)

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