Trinkwassertag

Paket zur Sicherung der Tiroler Trinkwasserversorgung vorgestellt

Markus Federspiel (Vorstand Abteilung Wasserwirtschaft), LHStv. Josef Geisler, Josef Margreiter (GF Lebensraum Tirol Holding), Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf und Rupert Ebenbichler (GF Wasser Tirol, v. l.) ziehen beim Thema Wasser an einem Strang.
© Franz Oss

Damit auch morgen noch ausreichend Wasser aus den Hähnen fließt, muss bereits heute vorgesorgt werden.

Innsbruck – Was im Überfluss da ist, erfährt meist die geringste Wertschätzung. So verhalte es sich in Tirol auch oft mit dem Wasser, meint Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf. Anlässlich des gestrigen Österreichischen Trinkwassertages hat er gemeinsam mit LHStv. Josef Geisler (ÖVP), Markus Federspiel von der Abteilung Wasserwirtschaft im Land und Josef Margreiter von der Lebensraum Tirol Holding ein Paket zur Sicherung der Trinkwasserversorgung in Tirol vorgestellt. Dabei geht es vor allem darum, die kommunale Zusammenarbeit beim Trinkwasser zu stärken.

„Wir müssen schauen, dass man im Notfall immer noch einen Hahn aufdrehen kann“, betont Ernst Schöpf. LHStv. Geisler stößt ins selbe Horn: „Uns geht das Wasser nicht aus. Aber wir müssen den Wasserschatz genau im Auge haben.“ Die Gemeinden würden sich gut um die Wasserversorgung kümmern, dennoch müsse man rechtzeitig dafür sorgen, dass die Infrastruktur auch fit für die Zukunft ist. Immerhin, so ergänzt Schöpf, sind 60 Prozent der Tiroler Trinkwasserleitungen älter als 40 Jahre.

Insgesamt sind es 6400 Kilometer Leitungen, die in Tirol das Wasser in die Haushalte bringen. „Das entspricht der Entfernung Innsbruck–New York“, betont Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft. Das Tiroler Trinkwasser stammt in den öffentlichen Anlagen aus insgesamt 2700 Tiroler Wassergewinnungsstellen – 90 Prozent aus Quellen, zehn Prozent aus Brunnen. Aktuell werden in Tirol jährlich 40 Millionen Euro in die kommunale Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung investiert. „Durch die gemeindeübergreifende und regionale Zusammenarbeit kann die Leistungsfähigkeit und die Effizienz der Wasserversorgung maßgeblich gesteigert werden. Die Bevölkerungsentwicklung, der Klimawandel und technische Weiterentwicklungen erfordern kontinuierliche Anpassungen, um das hohe Niveau der Versorgungssicherheit in Tirol weiterhin erfolgreich halten zu können“, sagt Federspiel.

Zu diesem Zweck wurden nun zwei Initiativen ins Leben gerufen: Im Rahmen eines Förderprogramms sollen gemeindeübergreifende Infrastrukturprojekte und Bauvorhaben zur Trinkwassersicherung speziell unterstützt werden – und zwar mit einer Erhöhung der Förderung um zehn Prozent. Damit werden solche Vorhaben künftig mit bis zu 35 Prozent von Bund und Land unterstützt. Wo Gemeinden Ressourcen bündeln und zusammenarbeiten wollen, kommt außerdem auch die zweite Initiative ins Spiel: Dabei können sich Kommunen zusammentun und Möglichkeiten zur künftigen gemeinsamen Trinkwassersicherung von Experten auf den Prüfstand stellen lassen. Die für diese Analyse anfallenden Kosten werden von der Lebensraum Tirol Holding zu 50 Prozent übernommen. Sie umfasst die Erhebung der vorhandenen Infrastruktur und der Wasserressourcen im Verhältnis zur Bedarfsentwicklung und ist die Basis für ein Erschließungs- und Umsetzungskonzept der zu treffenden Maßnahmen.

Darüber hinaus wurde die Lebensraum Tirol Holding damit betraut, einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten und eine Bewusstseinsbildung zum Thema Trinkwasser zu gestalten und umzusetzen. „Mit dieser jüngsten Lebensraum-Initiative möchten wir generationenübergreifend das Bewusstsein für unseren heimischen Wasserschatz sowie den achtsamen Umgang damit steigern. Außerdem wollen wir mit unserer nachhaltigen Wasserwirtschaft ein Stärkefeld aufbauen und Tirol langfristig auch im internationalen Kontext als Wasserschloss profilieren“, sagt Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding.

In den Bereichen Forschung und Bildung soll das Thema Wasser genauso präsenter werden wie im Alltag – etwa durch den Bau von Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zu Wasser an der Uni Innsbruck ist ebenso geplant wie die Verteilung von Trinkwasserflaschen in den ersten Klassen an den Tiroler Schulen. (np)