Fünfter Band der Edition Kufstein: Von Zugewanderten und Dagebliebenen
Kufstein – Die Edition Kufstein ist um einen Band reicher. Band 5 von Marcel Amoser, Sarah Oberbichler und Eva Pfanzelter unter Mitarbeit von Ulrich Wendel ist den „Zugewanderten, Weggegangenen und Dagebliebenen“ gewidmet. „Ich finde die Edition Kufstein war eine goldene Idee“, meinte BM Martin Krumschnabel einführend zur Vorstellung. Er hoffe, dass die wertvolle Arbeit an diesem Buch nicht nur Einblicke gibt, wie Kufstein so geworden ist, wie es heute ist, sondern auch einen Ausblick zulässt, wie die Menschen nachhaltig bei uns integriert werden können“, meint Krumschnabel.
Einen großen Teil des Bandes nimmt die Geschichte der Südtiroler Siedlungen und der Umsiedlung der Menschen ein. Beleuchtet wird auch die Geschichte des Lagers für „Displaced Persons“ in Weissach. Erzählt werden Geschichten von Einwanderern wie Song-Tau Hsu, der das erste China-Restaurant im Bezirk eröffnete, oder Hasan Özkan, der für die Grünen als Gemeinderat kandidierte. Zu Wort kommen Unternehmer, die erklären, wie wichtig die Gastarbeiter für die Bauwirtschaft waren. Am Rande erwähnt wird die Situation der Einheimischen und wie diese mit der Migrationswelle umgehen. Das könnte ein eigener Band werden, meinte Pfanzelter.
Der ehemalige Grünen-Gemeinderat Andreas Falschlunger, der dem Projekt „Kufstein schreibt Stadtgeschichte“ vorsteht, erklärte, dass es weitere Bände geben wird. Zumindest zehn Ausgaben seien bis 2024 im Stadtrat beschlossen worden. Es gibt auch Anfragen aus der Bevölkerung. „Glücklicherweise ist bei der Bevölkerung angekommen, dass sie eine Möglichkeit hat, sich hier positiv wissenschaftlich zu beteiligen.“ 1400 Bücher seien bislang von den vier erschienen Editionen verkauft worden, das große Stadtbuch allein 2000-mal. (wo)