Verkehr

275 verunfallte Kinder im Straßenverkehr: „Es fehlt Sicherheit!“

Kinder können, je nach Alter, die Gefahren des Verkehrs schwer einschätzen – Erwachsene beachten das oft zu wenig.
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Innsbruck – Allein im Jahr 2021 wurden in Tirol 275 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt (34 davon am Schulweg). Um auf das Risiko für Kinder vermehrt aufmerksam zu machen, hatte das Tiroler Bündnis „Parents for Future“ bereits im Mai eine „Radl-Bus-“Aktion gestartet – in Begleitung von Polizei und Eltern fuhren Kinder sicher begleitet zu Volksschule und Kindergarten. Ziel der Aktion war es, Autofahrende für die Anwesenheit von Kindern im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Auf Schulwegen und im Einzugsbereich von Schulen komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen.

„Parents for Future“, so Ilona Reckziegel, wolle mehr Bewusstsein für sichere Schulwege schaffen und auch andere Eltern zu ähnlichen Aktionen motivieren (Infos: Radlobby Tirol). Noch vor Schulschluss wird es am 28. Juni eine weitere Aktion geben. In der Europäischen Mobilitätswoche im Herbst sind auch welche außerhalb Innsbrucks geplant.

Die Idee für solche „Radl-Bus“-Veranstaltungen kommt aus Barcelona, mittlerweile werden sie in zahlreichen europäischen Städten regelmäßig abgehalten: „Es braucht bauliche Trennungen oder kindgerechte Systeme. Das muss für Planung und Politik klarer werden.“ Unterstützung dafür finden die Eltern bei der Radlobby-Tirol, die zuletzt u. a. kritisierte, dass die Stadt Innsbruck bei der Sanierung der Innbrücke eine weitere Chance für eine faire und bessere Flächenverteilung für alle vertan habe: Es gebe zwar drei Autospuren, aber für Radfahrende bleibe nur ein 1,5 Meter breiter Streifen und für die vielen Fußgänger der Rest. Zu wenig. (lipi)