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Damit die alpine Hochtour nicht zum Bergdrama wird: Experten geben Tipps

Das Kuratorium für Alpine Sicherheit mahnt zur Vorsicht bei Touren im Hochgebirge. Auch der Klimawandel spielt dabei eine Rolle.

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Nicht nur das Wetter sollten Alpinisten bei ihren Planungen von Hochtouren im Vorfeld berücksichtigen.
© ÖKAS/Peter Plattner

Innsbruck – Schwache Schneebrücken, dehydrierte Bergsteiger, plötzlicher Wetterumschwung – die Liste möglicher Gründe dafür, dass Alpinisten im Hochgebirge in Bergnot geraten, ist lang. Und auch der Klimawandel liefert einen Beitrag dazu: Die geringe winterliche Schneedecke und die sich drastisch verändernden Gegebenheiten in vergletscherten Bereichen veranlassen das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) bereits jetzt im Frühsommer, auf die Hochtourenthematik einzugehen. So sind Schneebrücken auf Gletschern in dieser Saison nur schwach oder gar nicht vorhanden, was zu einer erhöhten Spaltensturzgefahr führt. Die Gletscher des Alpenraums sind teilweise schon in der frühen Hochtourensaison aper, und auch früh schneefreies Blockgelände stellt ein zusätzliches Unfallpotenzial dar.

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Auch Gletscherbäche haben bereits im Frühsommer ein Abflussverhalten wie im Hochsommer. „Dies kann beim Zustieg oder beim Begehen von Gletschern fatale Folgen haben. Vorsicht ist geboten und eine gute Tourenvorbereitung sowie ein Umdenken werden erforderlich“, erklärt Peter Paal, ÖKAS-Präsident.

Hilfreiche Tipps

Vorbereitung: Kraft- und Ausdauertraining ist ebenso wichtig wie die Akklimatisierung, für die man sich genügend Zeit nehmen sollte. Geplant werden muss auch die optimale Trinkwasserversorgung. Über Verhältnisse und Wetter sollte man sich ebenfalls im Vorfeld informieren. Hochtouren sollten im Jahr früher angegangen werden, weil da Felsgelände weniger ausgeapert ist.

Begleitung: Ein professioneller Bergführer ist nicht nur ideal für Einsteiger, sondern auch für Profis zur Auffrischung.

Insgesamt sind zwischen 1. November 2020 und 31. Oktober 2021 österreichweit 103 Menschen auf Hochtouren verunfallt: Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, 51 wurden verletzt. Mehr als die Hälfte dieser Unfälle ereignete sich in Tirol: Bei 56 Ereignissen starb eine Person, es gab 29 Verletzte. Im Mittel von zehn Jahren enden fünf Prozent der Hochtourenunfälle tödlich, 19 Prozent mit schweren, 18 Prozent mit leichten Verletzungen sowie elf Prozent mit Verletzungen unbestimmten Grades.

Die Hauptunfallursachen bei den tödlich verunfallten Personen auf einer Hochtour sind im Zehnjahresmittel Sturz, Stolpern oder Ausgleiten mit 27 Prozent der Unfälle, zwölf Prozent sind auf Lawinen, acht Prozent auf Spaltenstürze und je vier Prozent auf Herz-Kreislauf-Versagen und Steinschlag zurückzuführen. Von den 103 Verunfallten im Zeitraum 2020/21 sind 21 Personen auf Gletschern und 35 im Felsgelände verunglückt. Ein Drittel davon war ohne Seil unterwegs.

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„Gerade Einsteigern ist aufgrund der Komplexität und der hohen Anforderungen einer kombinierten Tour, die eine Beherrschung aller Techniken im Schnee, Eis sowie Fels erfordert, eine professionelle Führung oder eine Aus- und Fortbildung in alpinen Vereinen zu empfehlen“, betont Walter Zörer, Präsident des Österreichischen Bergführerverbands. (TT, np)


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