Entgeltliche Einschaltung

Platter begrüßt Impfpflicht-Aus, Ärztekammer ebenso

Tirols LH Günther Platter begrüßt das Aus für die Impfpflicht. Er betonte gestern erneut, dass er beim damaligen Treffen der Landeshauptleute am Achensee im November als Einziger gegen die Impfpflicht gewesen sei. Im Vorfeld dieses Treffens hatte sich Platter damals jedoch öffentlich für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ausgesprochen

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion (12)
Die Impfung helfe, sagen Ärztekammer und Landesregierung.
© Falk

Innsbruck – Bei der Ankündigung seines Rückzugs erklärte Landeshauptmann Günther Platter, dass er damals beim Treffen der Landeshauptleute und von Teilen der Bundesregierung, im November 2021 am Achensee, gegen die Einführung der Impfpflicht gewesen sei. Als Einziger, wie Platter bei seinem Rückzug betonte. Als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz habe er die Impfpflicht dennoch verkünden müssen.

Entgeltliche Einschaltung

Öffentlich hatte sich Platter vor dem damaligen Treffen am Achensee für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen und dies in der TT damit begründet, dass man endlich die Corona-Wellen durchbrechen müsse.

📽️ Video | Impfpflicht wird aufgehoben

Gestern begrüßte Platter das Ende der Impfpflicht und wiederholte das, was er bei seinem Rückzug gesagt hatte. „Die anhaltende Pandemiemüdigkeit hat im zweiten Halbjahr 2022 zu einer negativen Stimmung geführt, die sich auch durch Anfeindungen, Beleidigungen und sogar Drohungen gezeigt hat. So etwas prägt auch den Menschen hinter dem Politiker.“

TT-ePaper 4 Wochen gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, ohne automatische Verlängerung

Für eine Impfpflicht war auch Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) eingetreten. Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass es bei Neueinstellungen an Spitälern eine Impfpflicht geben müsse. Gestern hielt Leja die Impfpflicht für verzichtbar. „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die derzeit dominierenden Varianten unser Versorgungssystem, auch trotz steigender Infektionszahlen, nicht gefährden.“

Die Impfpflicht bezeichnete sie gestern als „restriktives Mittel“, um einen Lockdown zu vermeiden. Was in der Retrospektive, zumindest als die Impfpflicht verkündet wurde, nicht gelang.

Am Achensee wurden damals die Impfpflicht und der Lockdown für alle ausgerufen. Der Lockdown kam sofort, die Impfpflicht wurde nach deren Verabschiedung im Jänner im Parlament alsbald ausgesetzt. Für die Impfpflicht waren neben der ÖVP und den Grünen auch die SPÖ und die NEOS.

📽️ Video | Starker Anstieg der Neuinfektionen

Für die Tiroler Ärztekammer ist das Aus für die Impfpflicht „logisch“, wie Präsident Stefan Kastner sagt. Eine solche „Zwangsmaßnahme“ lasse sich nicht rechtfertigen, weil das Gesundheitssystem nicht überlastet sei. „Wir sehen es am Abwasserscreening, dass sich derzeit eine Welle aufbaut, die Frage ist immer, worauf eine solche Welle trifft.“

Gemeint ist damit, wie hoch die Immunität in der Bevölkerung ist. Diese schätzt Kastner als hoch ein, durch Impfung und Genesung. „Genau weiß man das aber nicht, weil man ohne Antikörperstudie im Blindflug unterwegs ist.“ Eine solche fordert er. (aheu)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung