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Dennis allein in Wimbledon: „Er spielt weit unter seinem Wert“

Ohne Trainer, aber mit viel Angriffslust kämpft Dennis Novak als Österreichs Tennis-Solist um den Erfolg. Dem Losglück soll in London der Durchbruch folgen.

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Mit einer Gesamtbilanz von 13:4-Siegen in Wimbledon ist Dennis Novak mehr als bereit.
© gepa

Von Roman Stelzl

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London – Die Hoffnung auf österreichische Tennis-Erfolge in Wimbledon ist heuer ein kleines Samenkorn – doch gerade auf dem heiligen Rasen könnte dieses auf fruchtbaren Boden fallen. Denn in Abwesenheit von Dominic Thiem könnte es mit seinem guten Freund Dennis Novak kaum einen Besseren geben, der beim morgen beginnenden dritten Grand Slam des Jahres den US-Open-Sieger vertritt.

Nimmt man die Qualifikation dazu, die der 28-jährige Niederösterreicher heuer zum dritten Mal meisterte, dann steht Novak in Wimbledon bei einem Verhältnis von 13:4-Siegen. Eine an sich bestechende Bilanz, die der 155. der Weltrangliste im Jahr 2018 mit Runde drei und seinen ersten beiden Erfolgen auf Grand-Slam-Ebene kürte.

Es sind die Glanzlichter in einer Karriere, die mehr versprach, als sie bisher einhalten konnte – zumal das Potenzial Novaks riesengroß ist. „Er spielt weit unter seinem Wert“, beschreibt es sein Trainer Günter Bresnik, zu dem der Familienvater im Jahr 2021 von Wolfgang Thiem zurückkehrte.

Und der Wiener, der auch Frankreichs Star Gaël Monfils betreut (er fehlt heuer in Wimbledon), ergänzt: „Dennis spielt im Training immer super, ich kann mich an kein einziges schlechtes Training von ihm erinnern. Nur bei den Turnieren kann er das noch nicht umsetzen.“

Dabei scheinen die Voraussetzungen für das mit fast 47 Millionen Euro Rekordpreisgeld dotierte Turnier keine schlechten zu sein. Mit dem Weltranglisten-110. Facundo Bagnis meinte es das Los gut mit Österreichs Nummer drei. Der 32-jährige Argentinier hat in seiner Karriere noch nie ein Hauptfeld-Spiel auf Rasen gewonnen – in Wimbledon reichte es nicht einmal für einen Quali-Erfolg. „Da gibt es viele andere Spieler, die man kriegen kann“, schmunzelt Bresnik. „Die Auslosung ist gut, aber das muss man auch erst einmal gewinnen.“ Gewinnt Novak die Partie, stünde in Runde zwei der australische Qualifikant Jason Kubler oder wohl eher der britische Lokalmatador Daniel Evans auf der anderen Seite des Netzes – auch keine Großmächte auf Rasen.

Seinen Auftritt in Wimbledon muss der 15-fache Davis-Cup-Spieler übrigens alleine bestreiten. Trainer Bresnik ist nicht vor Ort, einen Touring-Coach gibt es aktuell nicht. „Ich möchte das aber nach Wimbledon ändern“, sagt Bresnik. Dem Vernehmen nach könnte es sich um einen früheren österreichischen Grand-Slam-Sieger als neuen On-Tour-Betreuer handeln.

In London jagt Novak Prestige und Preisgeld – Weltranglisten-Punkte gibt es heuer ja keine, nachdem die Organisatoren aufgrund des Ukraine-Krieges Spieler aus Russland und Belarus aussperrten und die ATP das nicht goutierte. Berühmtester Abwesender ist die Nummer eins der Welt Daniil Medwedew.


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