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Barrieren auf dem Weg zur Inklusion in den Landesmuseen

TLM gehen vor: Der Tiroler Monitoringausschuss präsentierte Leitlinien zur Barrierefreiheit in Museen.

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Leitsystem auf dem Prüfstand: Michael Berger (l.) und Volker Schönwiese im Volkskunstmuseum.
© Land Tirol/Krepper

Von Markus Schramek

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Innsbruck – Es gibt noch viel zu tun – davon sind alle Beteiligten an der Initiative für mehr Barrierefreiheit in Tiroler Museen überzeugt. Einen ersten Schritt hin zu Barrierefreiheit in Museen präsentierten gestern der Tiroler Monitoringausschuss und die Tiroler Landesmuseen (TLM) in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Zusammen mit dem Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverband (BSVT) wurde u. a. ein Leitsystem samt Orientierungstafeln für Blinde und Sehbehinderte entwickelt – und gestern im Volkskunstmuseum präsentiert. Gleichzeitig legte der Monitoringausschuss eine Handreichung vor, die die Durchführung der UN-Behindertenrechtskonvention in Tiroler Museen künftig fördern, schützen und überwachen soll.

In einer Checkliste wurden dort Maßnahmen gebündelt, die Institutionen und Initiativen berücksichtigen müssen, um wirklich allen die gleichberechtigte Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen, erklärt Monitoringausschuss-Vorsitzende Isolde Kafka. Barrierefreiheit beginnt bei baulichen Maßnahmen, aber endet nicht dort, so Museumsleiter Karl C. Berger. Abseits des neuen Leitsystems hat sich das Volkskunstmuseum deshalb etwa auch auferlegt, künftig inklusiver zu kommunizieren. Das beinhaltet Texte in einfacher Sprache ebenso wie eine Ausstellungsgestaltung, die Verständlichkeit fördert. Berger sieht sich mit dem Volkskunstmuseum mitten in einem Prozess. 60.000 Euro hat das Land bis dato in die Maßnahmen gesteckt.

Noch hat Barrierefreiheit im Volkskunstmuseum, das mit seiner Nähe zum Touristen-Hotspot Hofkirche traditionellerweise mehr BesucherInnen empfängt als das nicht minder prominent gelegene Ferdinandeum, auch seine Grenzen. Vor allem weil nachträglich aufgerüstet werden muss. Und da hat im denkmalgeschützten Haus eben der Denkmalschutz „mitzureden“. Das Leitsystem am Boden des Museums wurde also geklebt, oder es kamen Teppiche zum Einsatz. Zugänglich gemacht werden damit in einem ersten Schritt die historischen Stuben. Gemeinsam mit dem BSVT hatte das Museum dafür bereits vor Jahren das Führungsformat „Fein-gefühlt“ entwickelt.

„Arbeit gibt es Ende nie“, gesteht Berger. BSVT-Obfrau Sabine Karrer jedenfalls sieht die Initiative im Volkskunstmuseum jetzt schon als Vorzeigeprojekt. Negativbeispiele gibt es laut Kafka vom Tiroler Monitoringausschuss etliche – und nennt dabei das Haus der Musik in Innsbruck. Das Ferdinandeum (Umbau geplant ab 2023) will hingegen Positivbeispiel werden. Hier werden Maßnahmen für Barrierefreiheit bereits von vornherein mitgedacht, versichert TLM-Direktor Peter Assmann.

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