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Wasserstoff-Mobilität soll in Tirol ins Rollen kommen

Mit dem Projekt „H2Alpin“ will ein breites Konsortium Erkenntnisse über den Einsatz von Wasserstoff im Tiroler Bus- und Lkw-Verkehr sammeln.

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Schulterschluss vor der Wasserstofftankstelle: Wolfram Gehri (Postbus AG), Josef Margreiter (Lebensraum Tirol Holding), LHStv. Ingrid Felipe, GF Kerstin Neumayer (MPreis), LHStv. Josef Geisler, MPreis-Projektleiter Ewald Perwög und GF Marcus Hofer (Standortagentur, v. l.).
© Lebensraum Tirol Holding/Oss

Von Michael Domanig

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Völs – „Wasserstoff ist nicht die Lösung aller Probleme, aber ein Puzzleteil auf dem Weg zur Energieunabhängigkeit in Tirol“, meinte Energielandesrat LHStv. Josef Geisler (ÖVP) gestern anlässlich der Vorstellung des Pilotprojekts „H2Alpin“ bei der neuen Wasserstoff-Tankstelle der Firma MPreis in Völs.

Bereits 45 % des Gesamtenergieverbrauchs in Tirol würden über erneuerbare Energien abgedeckt, so Geisler, hier liege man über dem Österreich-Schnitt. Gerade beim Verkehr sei man von den Zielen „erneuerbar“ und „klimaneutral“ aber noch weit entfernt, betonte Umwelt- und Mobilitätslandesrätin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne). Hier könne – bei öffentlicher Mobilität und Schwerverkehr – eben auch Wasserstoff (H2) einen Beitrag leisten.

Während im individuellen Pkw-Bereich Batterietechnologie im Fokus stehe, sehe er bei Schwerfahrzeugen „große Zukunft“ für Wasserstoff, so Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding. Das Projekt „H2Alpin“, koordiniert von der Standortagentur Tirol (unter dem Dach der Holding), setzt genau hier an: Ein breites Konsortium aus 13 Partnern hat es sich zum Ziel gesetzt, Erkenntnisse über die praktische Anwendbarkeit von Wasserstoff im Güter- und Personennahverkehr (Lkw, Busse) zu sammeln. Anwender wie die Postbus AG, der Verkehrsverbund Tirol, die Innsbrucker und Zillertaler Verkehrsbetriebe, die Tiwag oder die Gebrüder Weiss GmbH sind ebenso an Bord wie wissenschaftliche Partner (MCI, Uni Innsbruck), welche die Daten auswerten sollen.

Es gehe darum, die Busse und Lkw nicht nur im urbanen Raum, sondern eben auch im Gebirgsland zu testen, erklärte GF Markus Hofer von der Standortagentur: Schließlich seien die Anforderungen (Steigungen, Temperaturunterschiede zwischen Berg und Tal etc.) ganz anders. Er sieht den „Beginn einer langen, aber interessanten Reise“.

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Viel Lob gab es für die „Pionierleistungen“ der Firma MPreis, die im Wasserstoffbereich mit Millioneninvestitionen international beachtete Projekte umsetzt: Nach der eigenen Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von „grünem“ Wasserstoff in Völs ging kürzlich nun auch die Wasserstofftankstelle für Nutzfahrzeuge in Betrieb. Die ersten drei Brennstoffzellen-Lkw der Firma Hyzon, schon für Mai erwartet, werden nach Lieferengpässen bei einzelnen Komponenten nun Ende August, Anfang September eintreffen. Langfristige Vision von MPreis ist ja, die gesamte Lkw-Flotte sukzessive auf Wasserstoff umzurüsten.

Die (nicht öffentliche) Tankstelle diene „primär dem Eigenbedarf“, erläuterte MPreis-Geschäftsführerin Kerstin Neumayer, man wolle aber auch andere Unternehmen beim Umstieg unterstützen und Probebetankungen in Völs ermöglichen.

So wird auch die Postbus AG ihre ersten beiden Wasserstoffbusse in Völs auftanken. Die Fahrzeuge der Firma Solaris sollen laut Regionalmanager Wolfram Gehri im Februar oder März 2023 eintreffen. Dann werde man sie in ganz Tirol – im Regelbetrieb mit Passagieren – einsetzen, „um Erfahrungen auf Bergstrecken zu sammeln“, ebenso an andere Unternehmen verleihen.

Insgesamt konnte das Konsortium für den Ausbau emissionsfreier H2-Mobilität in Tirol fünf Mio. Euro auf die Beine stellen – zwei Mio. Euro kommen dabei von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) des Bundes.


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