Entgeltliche Einschaltung

Honda Civic e:HEV: Umsichtiger, weitsichtiger, vorsichtiger

In seiner 11. Generation ist das Design des Honda Civic reduziert, das Benziner-Vollhybridsystem – e:HEV – bringt noch höhere Genügsamkeit.

  • Artikel
  • Diskussion
Honda Civic e:HEV: Weniger Dekoration an Ex- und Interieur trifft auf sportliche Sprit-Sparsamkeit.
© Hersteller

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Entgeltliche Einschaltung

Madrid – Einen Mangel an Kontinuität kann man Honda nicht vorwerfen: Den Civic gibt’s schon zehn Generationen, also im Grunde genommen länger als jenen Wolfsburger, der als Begründer des Kompakt-Segments gilt. In Japan debütierte er 1972, in Zentraleuropa zwei Jahre später.

Im Lauf der Zeit hat er unterschiedlichste Stadien durchlaufen, er war ein rundlicher Langschnauzer, auch fast ein Van und ebenso eine Art Spaceshuttle. In seiner neuen Modellphase tritt der Civic optisch geradezu minimalistisch zurückhaltend auf. Dabei steckt in seinem leicht gestreckten – in Länge sowie Radstand – und dezent niedriger gemachten Korpus aktualisierte Technik. Das bezieht sich vor allem auf den Antrieb. Der ist ein Vollhybrid-System, hierzulande die einzige Motorisierung, und die ist gekennzeichnet mit dem Kürzel e:HEV. Das kennt man schon, vom Jazz und vom HR-V.

Im Kompakten ist die Benziner-Stromer-Kooperation neu aufgebaut. Als Verbrenner-Partner agiert statt eines 1,5-Liter-Turbos ein 2,0-Liter-Einspritzer. Wie in den bereits Genannten kooperiert das Aggregat mit zwei Elektromoren, wovon einer für den Antrieb der (Vorder-)Räder zuständig ist und der andere in Zusammenarbeit mit dem Benziner für die Energieerzeugung und -versorgung. Der Otto-Motor agiert als Generator und, je nachdem, auch als Antreiber der Räder. Auch hier ist fürs Wechseln der Fahrstufen kein Getriebe im landläufigen Sinn verbaut, sondern ein Direktantrieb, und selbst wenn der nach Honda-Nomenklatur e-CVT heißt, hat er mit der bekannt heulfreudigen stufenlosen Automatik nichts zu tun. Mag sein, dass das Betriebsgeräusch in Jazz und HR-V daran erinnert hat. Im Civic tut es das nicht. Und zwar nicht im Entferntesten.

Im Gegenteil: Honda hat dem Kompakten im Sport-Modus (es gibt auch Eco, Normal und Individual) eine Sound-Kulisse verpasst, die an das Motorengeräusch längst vergangener 16V-Zeiten erinnert und sogar Gangwechsel suggeriert. Das ist anregend und lustig, und es passt ausgezeichnet zur Leistungsentfaltung des Antriebs. Dessen Systemleistung beziffert Honda mit 184 PS, womit die Power des Elektrikers bezeichnet ist. Und nachdem der, wie bereits erwähnt, hauptsächlich für den Vortrieb zuständig ist, steht immer prompt und ausreichend Drehmoment zur Verfügung (315 Nm).

Jetzt eines von zehn Stand Up Paddle gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Darüber hinaus ist das Fahrwerk ebenso optimiert wie das Lenkgefühl, die ab 1517 Kilo Leergewicht tragen nicht dick auf und schlagen sich nicht auf die sportliche Agilität. Das Interieur ist auf intuitive und gewohnte Praxis ausgerichtet, die paar an richtiger Stelle verbliebenen Tasten und Regler sind blind bedienbar. Die Anzeigen des bis zu 10,2 Zoll großen Kombiinstruments sind unverspielt, das neun Zoll große Zentraldisplay liegt gut im Blickfeld. Beachtlich ist das Aufgebot an elektronischen Aufpassern.

Neu im Civic ist ein Stauassistent mit Lenkunterstützung, auch gibt es einen motorischen Kurvenfahr-Helfer. Das klingt nach Bevormundung. Drängt sich aber trotz allem Bekenntnis zu gesteigerter Umsichtigkeit – es gibt eine neue Weitwinkelkamera –, Weitsichtigkeit – LED-Licht mit einer Art Matrix-Funktion – und Vorsichtigkeit – überarbeiteter Auspark-Unterstützer – nicht nervend in den Vordergrund und lässt einem den Spaß am höchst ausgeglichenen, trotzdem engagierten Fahren. Bis im Kreisverkehr die Reifen quietschen. Der Verbrauch auf den ersten 150 Kilometern: rund 5,2 Liter (Normangabe: 4,7 Liter). Abschließend noch eine Nachricht für Petrolheads: Einen Type R wird es auch in der elften Generation geben. Die Nr. 6, seit 1997. Bald.

Marktstart ist im Herbst. Bestellungen ab sofort. Preis: ab 32.790 Euro.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung