Auto-Test

DS 7 wird zum Gran Turismo: Essentiell präsidentiell

Beim DS 7 ohne den Beinamen Crossback kann man sich darauf einigen, dass er ein Crossover mit Gran-Turismo-Talenten ist.
© Hersteller

Vier Jahre nach dem Debüt wird der DS 7 vom Soft-SUV zum Gran Turismo umdeklariert. Weggefallen ist der Zuname, er heißt nicht mehr Crossback.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Paris – Tradition hat schon seit langer Zeit in Frankreich der Konnex zwischen DS und Staats-Chef. Wie, ab Mitte der 1950er-Jahre, unter der Präsidentschaft von Charles de Gaulle. Damals fuhr die legendäre Déesse, die Göttin, unter dem Signet des Citroën-Doppelwinkels. Heute – seit 2018 – ist DS Automobiles eine eigene Sub-Marke. Und wiederum ein präsidentielles Label. Bekanntlich ist Emmanuel Macrons aktuelles Dienstgefährt ein DS 7 Crossback, die historische DS Présidentielle von 1963 steht ihm wohl maximal leihweise zur Verfügung.

Inzwischen hat sich der aktuelle DS 7 Crossback, das erste eigenentwickelte Modell der jungen Marke, weiterentwickelt. Ein augenfälliges Merkmal ist, dass er ab nun nicht mehr Crossback heißt. Die Marketing-Abteilung hat mit dieser Subtraktion eher das GT-Nischensegment als die Kompakt-SUV-Klasse im Visier. Dafür wurde das Design modifiziert, die Front glänzt mit weniger Chrom, leuchtet dafür in einer neuen Signatur, garniert mit LED-Pixelleuchten – inklusive Matrix-Funktion – und einem so genannten „Light Veil“ (Lichtschleier). Das Heck wurde ein wenig gestreckt, die Länge legte um zwei Zentimeter zu, in Breite und Höhe addiert sich eine Dehnung um je einen Zentimeter.

Updates angedeihen ließ man ebenso dem Innenraum, unter anderem mit breiter gefächerter Materialauswahl. Neu ist das Infotainment-System namens Iris, in Verbindung mit konfigurierbarem 12-Zoll-Touchscreen und Sprachführungssystem. Betreffend die weitere Bordelektronik bleibt es bei der kamerabasierten aktiven Federung und Finessen wie einer Nachtsichtfunktion, realisiert mittels Infrarotkamera.

Das Motorisierungs-Programm ist umarrangiert. Eine Diesel-Version verbleibt noch, es ist ein 1,5-Liter mit 130 PS. Reine Benziner sind aussortiert. Im Gegenzug ist die Auswahl an Plug-in-Hybrid-Varianten, genannt E-Tense, erweitert, nach wie vor auf Basis der bekannten Kooperation zwischen einem 1,6-Liter-Turbobenziner und je nachdem mit einem oder zwei Elektro-Aggregat(en). Zu den bisherigen Systemleistungs-Abstufungen von 225 und 300 PS kommt jetzt eine 360-PS-Version. Wie gehabt geht das Einstiegs-Niveau mit Frontantrieb einher, alle anderen Varianten haben – elektrisch generierten – Allradantrieb. Auf Basis eines 14,2-kWh-Akkus (statt bisher 13,2 kWh) sind rein elektrische Reichweiten zwischen 65 und 81 Kilometern möglich. Gekoppelt sind alle Motorisierungen an ein achtstufiges Automatikgetriebe (auch der Selbstzünder). Debütiert hatte die Top-Variante des aufladbaren Antriebsgespanns im Peugeot 508 PSE und kürzlich im noch sehr jungen DS 9.

Ob Emmanuel Macron jetzt auf den DS 9 umsteigen wird, das ist nicht bekannt. Vermutlich kann er auch ohne den Beinamen Crossback leben, denn die Essenz des DS 7 blieb unangetastet. Und auf dieser Basis hat man mit einer präsidentiellen Version – siehe Panzerung samt weiterem Sicherheits-Equipment – schließlich schon Erfahrung.

Dessen ungeachtet ist der Marktstart des erneuerten DS 7 im Herbst. Der Preis steht noch nicht fest. Bestellstart ist im Laufe des Sommers.

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