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Künstler Michael Ziegler: Über jeglichen Kitsch erhaben

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Jetzt wiedergefunden: Michael Zieglers „Geranien“ (1987) lagerte lange im Depot.
© Michael Ziegler

Innsbruck – 2020 ging für Künstler Michael Ziegler erst einmal gar nichts mehr. Krankheitsbedingt musste der 62-jährige Wahltiroler mit dem Kunstmachen pausieren – das erste Mal seit langer Zeit. Nach Monaten erweckten erst fünf Herbstblumen seine künstlerische Neugier wieder.

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Aus den fünf Herbstblumen entstand eine ganze Reihe von Blumenporträts, leichte Gouachen, die ohne viel Aufhebens jetzt einen ganzen Galerieraum schmücken. Mit „Ich bin der letzte Sommerfrischler der Saison“ zeigt die Galerie Rhomberg über den Sommer eine Personale zu Michael Ziegler, der Maler, Zeichner und Fotograf zugleich ist.

Blumenpracht und Landschaft als Thema

In seiner aktuellen Ausstellung überrascht er wieder einmal mit seiner Bescheidenheit. Den Blumen, die in ihrer Leichtigkeit über jeglichen Kitsch erhaben sind, widmet sich Ziegler jedoch nicht das erste Mal. Zur Ausstellung führte auch das Auftauchen eines Öl auf Leinwand von 1987 ein, das seit Langem in Ziegler Depot verschwunden war.

Das üppige Geranienporträt auf schwarzem Grund eröffnet deshalb auch die aktuelle Schau. Keine reine Blumenparade, auch die Landschaft selbst ist Thema. Ein Blick in eine oberösterreichische Winterlandschaft ist das jüngste Werk in dieser Zusammenschau. Mit Pieter Brueghels „Winterlandschaft“ im Hinterkopf hat sich Ziegler für das großformatige Panorama Zeit gelassen, fertig wurde es erst, als in der Landschaft schon die ersten Frühlingsboten blühten. Entgegen Zieglers früheren Landschaften ist diese aktuelle zwar noch menschenleer, menschliche Spuren sind inzwischen aber deutlich zu erkennen.

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Und auch die Natur in der Reihe an Blumenbilder ist stets vom Menschen bestimmt – als Größe, die auswählt, das Chaos ordnet, arrangiert. Etliche der Blumen hat Ziegler selbst bei Streifzügen durch die Stadt eingesammelt. Dass er sich daraufhin wie ein Zeichenschüler vor das simple Motiv der Blumenvase vor blassem Hintergrund setzt, ist gar nicht verwunderlich. Wenn man weiß, dass der Künstler nur allzu oft bewusst mit Erwartungshaltungen bricht. Und als BetrachterIn bleibt man auch deshalb neugierig. (bunt)


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