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Marmolata-Unglück: Zahl der Vermissten gesunken, Schaulustige unterwegs

Nach dem Gletscherabbruch in der Marmolata-Gruppe in den norditalienischen Dolomiten ist die Zahl der Vermissten am Dienstag von 13 auf 5 gesunken. Die Suche wird mit Drohnen fortgesetzt. Trotz Sperre sind auch weiterhin Wanderer bzw. Schaulustige am Berg unterwegs.

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Mit Drohnen und Hubschraubern wird nach den Vermissten gesucht.
© PIERRE TEYSSOT

Trient – Die italienischen Rettungskräfte suchen nach der tödlichen Gletscher-Lawine in den Dolomiten weiter nach Vermissten. Ihre Zahl hat sich inzwischen von 13 auf fünf verringert, nachdem einige als vermisst gemeldete Personen kontaktiert werden konnten. So setzten sich vier gesuchte Tschechen mit den Rettungseinheiten in Kontakt, auch weitere drei vermisste italienische Alpinisten befanden sich nicht am Unglücksort und sind wohlauf.

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Unter den acht Personen befindet sich laut Südtirol Online auch ein 30-jähriger Mann aus der Region Venetien, der mit schweren Frakturen im Krankenhaus von Treviso liegt. Dieser wurde von seinen Eltern gesucht und konnte inzwischen identifiziert werden. Die fünf Vermissten sind alle Italiener.

📽 Video | Aktuelles zur Gletscher-Tragödie am Abend

Sieben Todesopfer und acht Verletzte lautet damit die vorläufige Bilanz des Unglücks. Von den Toten wurden bisher drei Italiener aus der norditalienischen Provinz Vicenza identifiziert, darunter ein 52-jähriger Bergführer.

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Er soll eine der beiden Seilschaften geführt haben, die dann verschüttet wurden. Die Wahrscheinlichkeit, die Vermissten noch retten zu können, sei äußerst gering, berichteten Rettungseinheiten. "Wir geben aber die Hoffnung nicht auf, noch jemanden lebend zu finden", sagte Fausto Zambelli, Sprecher der Feuerwehr, die im Einsatz ist.

Acht Menschen wurden bei dem Unglück verletzt. Unter ihnen sind ein 67 Jahre alter Mann und eine 58-jährige Frau aus Deutschland, die in eine Klinik in der Provinz Belluno gebracht wurden, wie das Krankenhaus mitteilte. Ihr Zustand sei weiterhin kritisch.

📽 Video | Dolomiten: Suche nach Vermissten geht weiter

Trotz Sperre weiterhin Wanderer unterwegs

Der Zugang zur Marmolata-Spitze wurde verboten, wie der Bürgermeister der Ortschaft Canazei, Giovanni Bernard mitteilte. Die Seilbahn, die Touristen auf der Spitze Punta Rocca auf 3265 Meter führte, wurde stillgelegt.

Trotz des Verbots seien am Dienstag Bergsteiger unterwegs, darunter Schaulustige, die den Unglücksort sehen wollten. Wegen der Gefahr weiterer Schneeeinbrüche sei dies durchaus gefährlich, warnten die Behörden. "Der Berg wird lange nicht mehr zugänglich sein", betonte Zambelli.

Suche mit Drohnen, Kleidung gefunden

Mit Wärmebildkameras ausgestattete Drohnen, die auch im Dunkeln eine Person aufspüren können, durchkämmten die Rettungseinheiten den Marmolata-Gletscher (alternativ: Marmolada) auf der Suche nach den Vermissten. Dabei wurden einige Leichenstücke entdeckt. Auch Bergausrüstung und Kleidungsstücke wurden an dem Unglücksort gefunden. Unklar sei jedoch, ob es sich tatsächlich um Gegenstände der Opfer handle, berichtete ein Mitglied der Helikopter-Einheit des Trentinos.

Die Suche wird in den nächsten Tagen in der gleichen Weise fortgesetzt, da die Gefahr weiterer Gletscherbrüche den Einsatz vom Boden aus unmöglich macht. "Wir setzen die Suchaktion mit Drohnen und Hubschraubern fort, um das Leben der Rettungseinheiten nicht aufs Spiel zu setzen. Wir können das Leben von Menschen nicht gefährden", sagte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

📽 Video | Dolomiten: Suche nach Überlebenden

"Die Suche muss weitergehen. In den nächsten Tagen werden wir weiterhin mit Drohnen arbeiten. Wir überwachen den Hang Tag und Nacht. Wir können nicht mehr graben, die Schneemasse hat sich so sehr verfestigt, dass man sie nicht einmal mehr mit einer Spitzhacke durchschneiden kann", erklärte der Präsident des Nationalen Alpenrettungskorps, Maurizio Dell'Antonio.

Der Zugang zur Marmolata-Spitze ist Touristen verboten, wie der Bürgermeister der Ortschaft Canazei, Giovanni Bernard mitteilte. Die Seilbahn, die Touristen auf der Spitze Punta Rocca auf 3.265 Meter führte, wurde stillgelegt. Diese führte Touristen vom Berghang in der Provinz Belluno in zwölf Minuten auf die Bergspitze. Trotz des Verbots seien am Dienstag Bergsteiger unterwegs, darunter Schaulustige, die den Unglücksort sehen wollten. Wegen der Gefahr weiterer Schneeeinbrüche sei dies durchaus gefährlich, warnten die Behörden. "Der Berg wir lang nicht mehr zugänglich sein", betonte Zambelli.

Ein riesiges Stück des Gletschers löst sich und stürzt zu Tal. Diese Aufnahme zeigt die Stelle nach dem Unglück.
© ALPINE RESCUE SERVICES

Auf Erdrutsche spezialisierte Techniker erklimmen die Marmolata, um Radare zu installieren, die in der Lage sind, sehr schnelle Bewegungen, wie Lawinen, und langsamere, wie Erdrutsche, zu erkennen. Die Spezialisten werden von Nicola Casagli, Professor für angewandte Geologie an der Universität Florenz, angeleitet. Laut Casagli sei die Katastrophe "auf den anomalen Temperaturanstieg zurückzuführen, ein Ereignis, das nicht jeden Tag eintritt und nicht leicht vorherzusagen ist".

Staatspräsident: "Tragödie" des Klimawandels

Der italienische Staatschef Sergio Mattarella bezeichnete den Gletscherbruch als "Tragödie" des Klimawandels. "Es gibt Länder, die sich gegen den Klimawandel nicht engagieren. Jeder muss mehr Verantwortung übernehmen", so Mattarella laut Medienangaben. (TT.com, APA)

📽 Video | Marmolata: Eis- und Felsmassen stürzen zu Tal


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