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Statt Unirätin gleich neue Rektorin: Veronika Sexl übernimmt Posten von Märk

Die Universität Innsbruck hat eine neue Chefin. Der Universitätsrat wählte am Dienstag Veronika Sexl zur Rektorin. Sie übernimmt das Amt Anfang März des kommenden Jahres.

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Die Universität Innsbruck bekommt eine neue Rektorin.
© Thomas Boehm / TT

Von Peter Nindler

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Innsbruck – An der Landesuniversität mit 16 Fakultäten, 83 Instituten und rund 28.100 Studierenden sowie 5570 Mitarbeitern dürfte sich ab März 2023 einiges ändern. Denn mit Veronika Sexl (56) setzte sich eine externe Kandidatin bei der Rektoren-Wahl durch. Die Professorin an der Medizinischen Universität Wien und Institutsleiterin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VetmedUni) wurde gestern vom Unirat gewählt. Die uniinternen Bewerber Hubert Huppertz (Chemie) und Markus Walzl (Volkswirt) hatten das Nachsehen.

Veronika Sexl bedeutet zweifellos eine Zäsur, schließlich war es in der Vergangenheit schon Tradition, dass die Innsbrucker Rektoren aus dem Kreis der hiesigen Professorenschaft gekommen sind und männlich waren. Der amtierende Rektor Tilmann Märk zieht sich nach dem Wintersemester 2022/2023 nach zwölf Jahren an der Spitze der Universität vorzeitig zurück.

Um ihre „Vorhaben künftig umzusetzen“, sei es weder „leichter“ noch „schwerer“, dass sie von außen komme, betont Sexl gegenüber der TT. „Ich habe sicher eine andere Sichtweise, aber natürlich muss ich mir zugleich die Innenperspektive erarbeiten.“ Dass sie als Medizinerin jetzt quasi als Rektorin bei der Konkurrenz tätig sei, bezeichnet die gebürtige Wienerin nicht als ungewöhnlich. „Schließlich bin ich in der Grundlagenforschung tätig, da gibt es viele Schnittmengen.“

Veronika Sexl.
© Bernkopf Michael / Vetmediathek

„Mit Veronika Sexl haben wir eine hervorragende Persönlichkeit für die Leitung der Universität Innsbruck gewinnen können. Sie hat uns mit ihrem Konzept für die zukünftige Entwicklung der Universität und ihrer breiten Erfahrung im universitären und wissenschaftlichen Umfeld überzeugt“, wird Werner Ritter, Vorsitzender des Universitätsrats der Universität Innsbruck, in einer Aussendung zitiert.

Warum hat sie sich gerade an der Uni Innsbruck beworben? „Mich reizt einmal die Tätigkeit an einer Volluniversität mit ihrer eindrucksvollen universitären Breite“, gibt Sexl offen zu. Sowohl mit der Stammuniversität, wo sie ab kommendem Jahr vor allem die Bereiche Nachhaltigkeit und Digitalisierung stärken und die Bedingungen für alle Mitarbeiter und Studierenden weiter optimieren möchte, als auch mit der Medizinischen Universität Innsbruck hat Sexl schon häufig wissenschaftlich zusammengearbeitet.

Apropos Med-Uni: Dort wurde sie vor wenigen Monaten zur Universitätsrätin (Uni-Aufsichtsrat) auserkoren. Die Parallelität mit ihrer Rektoren-Bewerbung hat sich zufällig ergeben. „Diese Funktion lege ich selbstverständlich zurück, denn das wäre ein klassischer Interessenkonflikt“, erklärt Sexl.

Viel Applaus für Sexl nach ihrer Wahl

Die neue Rektorin der Universität Innsbruck, Veronika Sexl, erntet viele Vorschusslorbeeren. „Sie hat uns mit ihrem Konzept für die zukünftige Entwicklung der Universität und ihrer breiten Erfahrung im universitären und wissenschaftlichen Umfeld überzeugt“, sagt Werner Ritter, Vorsitzender des Universitätsrats. Für den künftigen Rektorkollegen Wolfgang Fleischhacker von der Medizin-Uni „übernimmt mit Veronika Sexl eine ausgezeichnete Wissenschafterin die Leitung der Leopold-Franzens-Universität“. Wissenschafts-LR Annette Leja (VP) freut sich, dass erstmals eine Frau die Geschicke der Uni leiten wird. (pn)

„Gemeinsam, freudvoll und mutig in die neuen Zeiten"

Veronika Sexl gab zu ihrer Wahl zu Protokoll: „Ich bedanke mich für das Vertrauen und freue mich sehr darauf, die Leopold-Franzens-Universität gut durch die bevorstehenden, herausfordernden Jahre zu lenken. Es ist mir dabei ein großes Anliegen, die Bedingungen für alle Mitarbeitenden und Studierenden weiter zu optimieren – trotz der unsicheren Zeiten, die auf uns zu kommen. Als Universität tragen wir eine große gesellschaftliche Verantwortung und werden daran arbeiten, Antworten zur Wissenschaftsskepsis, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu finden. Diese gesellschaftlichen Herausforderungen werden wir nur gemeinsam in der gesamten eindrucksvollen Breite der Universität lösen können. Gemeinsam, freudvoll und mutig in die neuen Zeiten – das sei unser Motto.“

Für die Funktion der Rektorin/des Rektors waren insgesamt 23 Bewerbungen eingelangt, von fünf Bewerberinnen und 18 Bewerbern. Aus diesem Kreis hat der Senat dem Universitätsrat einen Dreiervorschlag übermittelt. (TT.com)

Zur Person

Veronika Sexl ist eine international anerkannte Forscherin auf dem Gebiet der Krebsforschung mit Schwerpunkt auf Leukämien. Nach dem Medizinstudium in Wien und Forschungsaufenthalten in Seattle und Memphis, USA, wurde sie 2007 Professorin an der Medizinischen Universität Wien und 2010 Institutsleiterin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VetmedUni). Sie verfügt über umfangreiche Managementkenntnisse und Erfahrung als Mitglied in zahlreichen Gremien, darunter im Rat der Medizinischen Universität Wien und der European Hematology Association (EHA).

Sie fungierte als österreichische Delegierte für den Rat von EMBO/EMBL und als Senatsvorsitzende der VetmedUni. Veronika Sexl ist wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem ERC Advanced Grant, dem Novartis-Preis für Medizin und dem Alois Sonnleitner-Preis der ÖAW.


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