Tirol

Nach Kritik: Tiroler Bauernbund rudert bei Wolf-Mahnfeuer zurück

Oberhofer: Scheinheiligkeit der ÖVP ist nicht zu überbieten.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Da liefen gestern Vormittag in der ÖVP die Telefone heiß. Dass der Bauernbund für die Wolfs-Mahnfeuer am 30. September Sponsoren aus den Tourismusverbänden und Seilbahngesellschaften anwerben wollte, brachte nicht nur den grünen Klubobmann Gebi Mair auf die Palme, sondern auch seinen ÖVP-Kollegen Jakob Wolf. „Der Bauernbund muss sich auch an den Landtagsbeschluss mit einem Spendenverbot an die Parteien halten“, teilte er Bauernbunddirektor Peter Raggl unmissverständlich mit. Wenig später erfolgte dann die Klarstellung.

„Vom Bauernbund und seinen Ortsgruppen ausgerichtete Mahnfeuer werden selbst organisiert und finanziert. Spenden werden in diesem Zusammenhang keine angenommen“, betonte Raggl. Sollte sich beispielsweise ein Tourismusverband selbst an der Aktion mit eigenen Mahnfeuern anschließen wollen, so sei er dazu gerne eingeladen.

Zuvor übten FPÖ, Grüne und NEOS harsche Kritik. FP-Chef Markus Abwerz- ger ortet eine Politshow des ÖVP-Bauernbunds und lehnt jegliche Spenden für einen derartigen fadenscheinigen Aktionismus ab. „Es muss das Spendenverbot gelten und es braucht die rasche Entnahme, denn jeder Wolf auf der Alm ist ein Problem.“

Ähnlich argumentiert NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer. „Bei der letzten Landtagssitzung haben wir uns alle gemeinsam auf ein Spendenannahmeverbot geeinigt, aber das schert die schwarzen Bauern überhaupt nicht.“ Für Gebi Mair sind Spenden für Parteien und parteinahe Organisationen genau das, was die Leute satthaben.

Der Rückzieher des Bauernbunds beendete die Debatte – vorläufig. (pn)