Unternehmer Roman Polak: „Gelungene Kommunikation ist eine Lebensaufgabe“
Vor 20 Jahren gründete Roman Polak eine Agentur für Kommunikation. In diesen zwei Jahrzehnten hat sich Kommunikation sehr verändert.
Herr Polak, Sie leiten eine Kommunikationsagentur. Wie haben Sie diese Branche für sich entdeckt?
Roman Polak: Die Wurzeln meiner beruflichen Karriere gehen auf meine Tätigkeit bei der Tiroler Tageszeitung zurück – zuerst als freiberuflicher Journalist, dann als fest angestellter TT-Redakteur in Innsbruck. Viel von meinem Know-how habe ich mir während dieser Zeit bei der TT erarbeitet. Dort habe ich auch die Leidenschaft für den Beruf entwickelt, ich habe entdeckt: Die Medienbranche ist meins.
Heuer feiert Ihre Agentur den 20. Geburtstag. Wie hat sich die Kommunikation in den vergangenen zwei Jahrzehnten verändert?
Polak: Es war schon ein sehr radikaler Wandel: Heute sprechen wir von einem Dialog mit der Öffentlichkeit, der vor 20 Jahren überhaupt nicht oder auf eine nur sehr eingeschränkte Art und Weise stattfand. Damals versuchte man, seine Botschaft via althergebrachte Medien zu verkünden. Es gab nur sehr wenige oder überhaupt keine Feedbackschleifen seitens der Empfänger der Botschaft. Die Erfindung des iPhones und Social Media haben die Kommunikation grundlegend verändert, sie muss jetzt auf Dialog setzen. Das alles hat die Komplexität von Medienarbeit und Unternehmenskommunikation um ein Vielfaches erhöht. Parallel dazu ist der Aufwand für professionell Kommunizierende wesentlich größer als vor 20 Jahren.
Neben klassischer PR- und Öffentlichkeitsarbeit für Print- und Online-Medien geht es heute etwa auch um Posts und Tweets, aber auch um grundlegende Unternehmensleitbilder und Employer Branding. Das heißt, dass es mehr Möglichkeiten und Potenziale gibt, sich mit der Öffentlichkeit auszutauschen. Was wiederum wesentlich mehr spezialisiertes Know-how erfordert.
Gute Kommunikation kostet. Welche Unternehmen können oder sollten sich das leisten?
Polak: Ich denke, im Prinzip jedes, das mehr als zwei Kunden und mehr als einen Mitarbeiter als den Unternehmer selbst hat. Natürlich hat ein Industriekonzern dafür andere Mittel zur Verfügung als ein Einzelunternehmen. Kommunikation kostet mehr als früher, da die Kanäle vielfältiger geworden sind. Und es braucht immer professionelle Präsenz, ob in alten oder neuen Kanälen. Man kann sich gleichzeitig nicht einfach aus gewissen Medien zurückziehen, nur weil der Nutzungsgrad zurückgeht. Das wäre die falsche Herangehensweise.
Wie sieht gelungene Kommunikation aus?
Polak: Eine gelungene Kommunikation setzt ein gewisses Maß an Offenheit voraus. Ein guter Dialog muss geführt werden, das heißt auch Widerspruch auszuhalten. Gleichzeitig muss der Absender der Botschaften immer authentisch bleiben. Gute Kommunikation ist vor allem nichts Punktuelles, sondern eine Lebensaufgabe.
Worauf ist die Agentur Polak spezialisiert?
Polak: Wenn ich unsere Agentur beschreibe, vergleiche ich sie gerne mit der Immobilienwirtschaft. Wer heutzutage eine Wohnung kauft, wendet sich meistens an einen Generalunternehmer oder Bauträger. Das sind nicht unbedingt die Menschen, die die Elektroleitungen verlegen oder Fliesen ankleben. Vielmehr konzipieren sie und organisieren sie das Ganze und am Ende des Tages übergeben sie dem Wohnungseigentümer den Schlüssel. So ähnlich ist das bei uns: Als Agentur für Unternehmenskommunikation koordinieren wir Prozesse für unsere Auftrageber. Wir selbst sind spezialisiert in den Bereichen Presse- und Medienarbeit, Social Media und Content-Marketing mittels Storytelling. Unser Team aus 15 Mitarbeitern programmiert dabei aber nicht unbedingt selbst die Website oder gestaltet grafisch Werbemittel. Als eine Art Generalunternehmer für Unternehmenskommunikation beauftragen wir die Fachleute für solche Aufgaben. Am Ende führen wir alle Gewerke zu einer erfolgreichen öffentlichen Präsenz unserer Kunden zusammen.
Das Gespräch führte Frank Tschoner
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