Viruserkrankung

Affenpocken: 2033 Fälle in Deutschland und 83 in Österreich gemeldet

Berlin, Wien – Rund zwei Monate nach dem ersten nachgewiesenen Fall von Affenpocken in Deutschland ist die Zahl der entdeckten Erkrankungen auf mehr als 2000 gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies am Dienstag auf seiner Webseite genau 2033 Betroffene in Deutschland aus. Mit Ausnahme von zwei Frauen sind demnach alle Erkrankten Männer.

"Die Übertragungen erfolgen in diesem Ausbruch nach derzeitigen Erkenntnissen in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten, aktuell insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben", schreibt das RKI. Grundsätzlich kann sich mit dem Virus jeder anstecken, der engen körperlichen Kontakt mit einem Infizierten hat.

Bisher 83 Fälle in Österreich

Die Krankheit verläuft nach RKI-Angaben bei den meisten Menschen mild und heilt in der Regel von alleine ab. Schwere Verläufe sind aber möglich, insbesondere bei Kindern oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Das Ansteckungsrisiko lässt sich laut einem Flyer von RKI und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verringern, indem die Zahl der Sexpartner reduziert wird. Auch Kondome könnten das Infektionsrisiko verringern, hieß es – sie schützten aber nicht vor einer Übertragung, wenn Hautveränderungen an anderen Stellen des Körpers berührt würden. Wer an Affenpocken erkrankt ist, soll den Behörden zufolge auf Sex, Berührungen und Küsse verzichten.

Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland schätzt das RKI derzeit als gering ein. In Österreich wurden laut AGES bisher 83 Fälle von Affenpocken gemeldet, wie aus den am vergangenen Freitag aktualisierten Zahlen hervorgeht. Die Erkrankung ist meldepflichtig. (APA/dpa)

Österreich bekam 2340 Impfdosen

Österreich hat die erste Lieferung von Impfstoffen gegen Affenpocken aus dem europäischen Kontingent erhalten. Die 2340 Impfdosen sollten gegen Dienstagmittag eintreffen, teilten das Gesundheitsministerium und die EU-Kommission mit. Für die kommende Woche werde eine weitere Lieferung erwartet, hieß es weiter. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) bedankte sich bei der EU-Kommission für die kostenlose und schnelle Bereitstellung des Serums.

"Mit Hilfe dieser ersten Lieferung können wir auf Grundlage der Impfempfehlung des Nationalen Impfgremiums jene Personen schützen, die einem hohen Risiko ausgesetzt sind: Menschen, die direkten Kontakt mit einer erkrankten Person hatten sowie spezialisiertes Laborpersonal", erklärte Rauch weiter. In Österreich meldete das Gesundheitsministerium bisher 83 bestätigte Fälle.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hielt fest, "mit fast 8000 Fällen in der EU seit Anfang Mai sind die Affenpocken ein ernstes Problem für die öffentliche Gesundheit". Bisher seien auf europäische Ebene insgesamt 160.000 Dosen gekauft und in die am stärksten betroffenen Länder wie etwa Deutschland oder Italien geliefert worden, fügte sie hinzu.

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