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Kellerei Bozen: „In Tirol haben wir schon resigniert“

Die Kellerei Bozen beliefert 20 Märkte auf der ganzen Welt – nur in Tirol schenkt den Wein kaum einer ein.

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2018 zog die Weinkellerei Bozen an den neuen Standort in Moritzing. Der Keller liegt versteckt hinter dem Kubus und unter den Reben.
© Weinkellerei Bozen

Von Anna Haselwanter

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Bozen – Der Weinkeller verschwindet im Berg, vorne ist nur der Kubus zu sehen, in dem man kaufen kann, was hinten produziert wird. Die Architektur hat geschickt genutzt, was die Umgebung zu bieten hat – 25 Meter hoch ist der Keller, die Trauben werden oben angeliefert, fallen dann – schonend – im Produktionsprozess nach unten. Von der Frucht bis zum Wein.

Die Kellerei Bozen ist eine Genossenschaft, der 220 Betriebe angehören. Gemeinsam verfügen sie über rund 350 Hektar Rebfläche – „kleine Weinbauern, große Weine“ lautet die Devise. Rund 3 Mio. Flaschen werden jährlich produziert, 20 Prozent davon exportiert. Einen Großteil des Umsatzes macht die Kellerei in Italien, schildert Geschäftsführer Klaus Sparer. Es folgen Südtirol, Deutschland, die Schweiz – „auch die nordischen Märkte wie Schweden, Finnland, Holland und Norwegen laufen gut“. Ein paar Paletten gehen gar nach Thailand, einige bis nach Australien. Nur: In Österreich scheint es nicht funktionieren zu wollen, sagt Sparer. Zwar führen die Lebensmittelmärkte Spar, MPreis und Billa Weine aus der Kellerei, „in der Gastronomie läuft es aber sehr schlecht“.

Eine Zeit lang habe man versucht, durch Veranstaltungen und Co. den Markt zu erschließen, „geklappt hat es nicht“. Inzwischen habe man schon resigniert. Rund 700.000 Euro setzt die Kellerei jährlich in Österreich um. Der Fokus liege in Österreich also klar auf heimischem Wein, sagt Sparer. Und hier wächst die Konkurrenz: Als einer der wenigen Profiteure des Klimawandels versucht sich der Weinbau zunehmend auch in Tirol zu etablieren. Am Südtiroler Kuchen dürfte er aber nicht knabbern, glaubt Sparer – „dafür sind die Flächen einfach zu klein“.

Die Kellerei selbst will durch „Preissteigerungen wachsen bzw. mehr Qualitätswein verkaufen“. Getüftelt wird zudem immer an Neuem, zuletzt etwa Bio-Wein oder Rosé mit weniger Alkoholgehalt.

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