Ausstellung

Carlos Quintana im Haller Vektor: Pittoreske Metaphern für Existenzielles

Premiere in Tirol: die Großformate des Kubaners Carlos Quintana.
© Schlocker

Der kubanische Malerstar Carlos Quintana zeigt seine malerischen Großformate im Haller Vektor.

Von Edith Schlocker

Hall – Den in Spanien lebenden kubanischen Maler Carlos Quintana für eine Personale im Haller Vektor zu gewinnen, sei nicht leicht gewesen, sagt Galeristin Maria Köfler. Gefühlte 1000 Social-Media-Likes hätten den 54-Jährigen schließlich aber überzeugt. Eine Begegnung mit der Kunst des hierzulande komplett unbekannten Quintana möglich machend, der ein Vollblutmaler, leidenschaftlicher Denker in kräftigen Farben und großen Formen ist. Inspiriert von der westlichen Tradition malerischer Bilderzählung, die raffiniert mit karibischem Lebensgefühl durchpulst ist.

Die Mischung, die dabei herauskommt, kommt im Spiel mit klassischen Sujets und deren sehr persönlicher Umdeutung reizvoll surreal daher. Etwa in einer „Pieta“, bei der die Reverenz an Michelangelo zwar unübersehbar ist, allerdings grafisch subtil aufgelöst zum ephemeren Zeichen.

Quintanas Handschrift ist hier eher die eines Zeichners, während er sich in anderen, gern auf riesigen Leinwänden ausgebreiteten Arbeiten als ausgesprochener Liebhaber farbiger Opulenz outet. Die allein rein malerischen Logiken folgt bzw. atmosphärisch essenziell ist. Um klar zu machen, dass es dem Künstler nicht um ein banales Abbilden der Wirklichkeit geht, sondern um die in pittoreske Metaphern gekleideten großen Fragen des Menschseins.

Antworten werden allerdings keine gegeben, die Einladung, in diese oft beunruhigenden, von rätselhaften Figuren belebten Szenarien einzutauchen, ist allerdings ein sinnlicher Genuss genauso wie für den, der mag, eine intellektuelle Herausforderung.

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