Bezirk Landeck

56 Bäume und Angst vor Kahlschlag im Landecker Burschlwald

Bäume, die gefällt werden könnten, wurden im Burschlwald markiert. Nächste Woche findet eine Begehung statt.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck – Seit Monaten sorgen die geplanten Rodungsmaßnahmen im Burschlwald für Proteste. Im geschützten Landschaftsteil mitten in Landeck sollen alte und kranke Bäume gefällt und durch klimafitte Arten ersetzt werden – von 40 sprach man bei der Präsentation der Maßnahmen Anfang Mai.

Nun haben Gegner, die von einem „Kahlschlag“ und einem „Gemetzel“ im Grüngürtel der Stadt sprechen, neue Markierungen entdeckt – ein Baum wurde mit der Zahl 56 beschriftet.

Seitens der Bezirksforstinspektion Landeck bestätigt man die neue Nummerierung. Gekennzeichnet hat man „vorwiegend kranke Bäume, wo wir empfinden, dass sie weg gehören“, erklärt Michael Knabl, Leiter der Bezirksforstinspektion Landeck.

Hintergrund ist eine gemeinsame Begehung mit der Landesumweltanwaltschaft, die in der kommenden Woche stattfinden wird und zu der die Stadt nach den Protesten geladen hatte. „Weil sich das Ganze so aufgebauscht hat, hat man sich den Wald noch einmal angeschaut, um alles vorzubereiten“, sagt Knabl. Dabei sei man letztlich auf 56 Bäume gekommen, die gefällt werden könnten. Dass noch einige dazukommen, schließt er nicht aus.

Seitens der Stadt betonte man immer den Sicherheitsaspekt und die Gefahr umstürzender Bäume. Knabl geht davon aus, dass man mit der Landesumweltanwaltschaft zu einer Einigung kommen werde.

Diese wird nun die betroffenen Bäume von einem eigenen Baumsachverständigen prüfen lassen, sagte Walter Tschon gestern. Auch er geht davon aus, dass man eine gute Lösung im Sinne aller finden wird. Er schließt sonst auch den Rechtsweg nicht aus.

Bei den Gegnern sorgten die Pläne für Entsetzen. „Das wäre ein radikaler Kahlschlag“, sagt der Wirt des Hotel Sonne, Karl Graber. Er hofft nun auf ein positives Ergebnis der kommenden Begehung, ist aber „pessimistisch“. „Ich habe das ungute Gefühl, dass es ein radikaler Schritt auf dem Rücken der Biodiversität sein wird.“ Gerade jetzt seien die Rodungen fehl am Platz – „die Bäume sind ein wichtiger Hitzeschild und Schattenspender“.

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