100 Millionen Euro aus EU-Topf für heimische Gesundheitsversorgung
Innsbruck – Ausbau und Stärkung der Primärversorgung ist in Österreich und auch für die EU ein zentrales Element und eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Vorhaben. Martin Schaffenrath, Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses in Brüssel, besprach mit EU-Kommissar Johannes Hahn im Rahmen eines Arbeitsgesprächs die versorgungspolitische Situation in Österreich und in der EU. Seit einigen Jahren wird in Österreich die Gründung von Primärversorgungseinheiten und auch Primärversorgungsnetzwerken seitens des Bundes, der Länder und der österreichischen Sozialversicherung unterstützt.
Im Rahmen des Aufbaufonds der EU-Kommission (Recovery and Resilience Facility, kurz RRF) stehen nun für Österreich bis zum Jahr 2026 100 Millionen Euro für Ausbau und Stärkung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung zur Verfügung. Zudem geht es auch um die nachhaltige Entwicklung von innovativen Versorgungsmodellen. Die zusätzlichen Mittel ermöglichen neben den konkreten Maßnahmen zur Stärkung der Primärversorgung den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Durch die Primärversorgung als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem sollen eine kontinuierliche, wohnortnahe Versorgung sichergestellt und die Spitalsambulanzen entlastet werden.
EU-Kommissar Johannes Hahn: „Die Covid-Krise hat gezeigt, dass die Pandemiebekämpfung ein gesamteuropäisches Thema ist und maßgeblich zu unserer Widerstandsfähigkeit beiträgt. Deshalb unterstützt die Aufbau- und Resilienzfazilität Investitionen im Gesundheitsbereich in unseren Regionen – um Europa als Ganzes zu stärken!“
„Martin Schaffenrath sieht einerseits mit der Primärversorgung eine Attraktivierung des Berufs des Allgemeinmediziners bzw. der Allgemeinmedizinerin und andererseits auch eine Stärkung der medizinischen Versorgung in den ländlichen Regionen. Durch eine Primärversorgungseinheit werden für die Patientinnen und Patienten von der Vorsorge über die Behandlung bis hin zur Nachsorge sämtliche Leistungen ohne großen Organisationsaufwand in Form eines ,One-Stop-Shop‘ angeboten.“
Aktuell gibt es in Österreich 36 Primärversorgungseinheiten, wovon 4 Einheiten in Netzwerken organisiert sind. Schaut man sich die Österreichlandkarte an, so gibt es im Westen lediglich in Salzburg zwei Primärversorgungseinheiten und in Tirol und Vorarlberg derzeit noch keine. (va)