Grafenbach in Lienz: 6,8 Mio. Euro gegen die Gefahr von oben
Der Grafenbach in Lienz muss nach den schweren Unwetterschäden von 2021 aufwändig verbaut werden.
Von Catharina Oblasser
Lienz – 550.000 Euro für Sofortmaßnahmen sind schon geflossen, weitere 6,3 Millionen Euro werden folgen: Der Grafenbach in Lienz braucht eine neue Verbauung – und die ist nicht billig.
Auslöser waren Unwetter im vergangenen Jahr, die die Hänge in Lienz und der Nachbargemeinde Gaimberg in Unruhe versetzten. Eine so genannte Großmassenbewegung setzte ein, erklärte Hanspeter Pussnig, stellvertretender Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung in Osttirol, vor dem Lienzer Gemeinderat. „14 Hektar waren betroffen. Durch die vielen Niederschläge in den Jahren davor war der Boden stark mit Wasser gesättigt, das dürfte zur Massenbewegung beigetragen haben.“ Auch jetzt würden sich Steine, Erdreich und Geröll noch talwärts bewegen, sagt Pussnig. „Etwa einen Zentimeter pro Monat.“ Das lässt sich aus der Überwachung der Hänge erkennen, die über 20 verschiedene Messpunkte im Gelände erfolgt.
Die unmittelbare Gefahr am Grafenbach ist gebannt, erläutert Pussnig. Jetzt geht es um eine langfristige Absicherung der Stadt Lienz gegen die Gefahr von oben. In mehreren Bauabschnitten werden bis zum Jahr 2031 insgesamt 6,3 Millionen Euro verbaut, zum Beispiel für Entwässerungen. Dabei würden die Wässer um die Steinmassen herumgeleitet und dann abgeführt, erklärt der Experte der Wildbach- und Lawinenverbauung. Von heuer bis 2024 steht die Sanierung des Grafenbach-Mittellaufs auf dem Programm, was alleine schon 1,7 Millionen Euro verschlingt. Später soll eine Geschiebedosieranlage entstehen, die eine Höhe von acht Metern und eine Spannweite von 62 Metern aufweisen wird.
Die Projektkosten bleiben freilich nicht zur Gänze bei der Stadtgemeinde, sondern werden aufgeteilt. Der Bund übernimmt 58 Prozent, das Land 19, die Landesstraßenverwaltung zwei Prozent. Die Gemeinde Gaimberg ist mit 6,5 Prozent der 6,3 Millionen mit dabei, die Stadt Lienz mit 14,5 Prozent. Der Gemeinderat traf alle nötigen Beschlüsse einstimmig.