Ganz Kitz im „Miso“-Fieber: Halbfinale gegen Hanfmann geht am Samstag weiter
Spannung pur bei den Generali Open in Kitzbühel: Beim Stand von 6:2, 2:6, 6:6 (1:0) kämpft Österreichs Tennis-Shootingstar Filip Misolic am Samstag nach Regenabbruch gegen Yannick Hanfmann (GER) um das Endspiel. Dort wartet der Spanier Roberto Bautista Agut.
Von Roman Stelzl
Kitzbühel – Sechs Punkte trennen Österreichs Tennis-Shootingstar Filip Misolic bei seinem ersten ATP-Tour-Einsatz noch von der Final-Sensation bei den Generali Open – ausspielen darf sie der 20-jährige Steirer aber erst am Samstag. Beim Stand von 6:2, 2:6, 6:6 (1:0) wurde die Halbfinalpartie gegen den deutschen Thiem-Bezwinger Yannick Hanfmann (GER) wegen einsetzendem Regen unterbrochen. Erst um 21 Uhr war dann klar: Das wird nichts mehr. Am Samstag (nicht vor 13.30 Uhr, live Servus TV) wird die Partie fortgesetzt. Der Sieger des Tiebreaks darf dann gleich am Platz bleiben und kurz darauf gegen den Spanier Roberto Bautista Agut ran.
Schon davor hatte Misolic, aktuell 205. der Weltrangliste, für Aufsehen gesorgt. Als wäre es die einfachste Sache der Welt, spielte der Shootingstar ein grandioses Match nach dem anderen. „Es ist unglaublich. Ich kann es selbst noch gar nicht glauben“, sprach Misolic nach seinem Viertelfinal-Erfolg gegen den Serben Dusan Lajovic. Dabei drehte der Sohn zweier Kroaten, der in der Südstadt und seiner alten Heimat trainiert, eine scheinbar verloren geglaubte Partie noch und ging mit 2:6, 7:6 (5), 6:3 als Sieger vom Platz. Eine Leistung, die die über 5000 Zuschauer im Stadion von den Plätzen riss, während „Miso“ den „Ofi“ mimte, hatte doch schon 2017 Sebastian Ofner wie aus dem Nichts den Einzug in die Runde der besten vier geschafft.
Dort wird Misolic am Samstag sein Bestes geben. Und schon so wie gegen den 32-jährigen Lajovic sah auch dort gegen Hanfmann alles nach einer Niederlage aus. Misolic lag bereits 6:2, 2:6, 1:4 hinten, als der 1,80 Meter große Spieler mit dem Kämpferherz noch einmal in die Partie fand und den „Österreicher-Schreck“ (vor Thiem besiegte Hanfmann auch Gerald Melzer) ins Tiebreak zwang. Beim Stand von 6:6 und 1:0 geht es nun am Samstag weiter.
Noch bevor Teil zwei der Misolic-Show begann, hätte Roberto Bautista Agut fast Roberto Bautista Agut die Show gestohlen. Richtig gelesen: Der gleichnamige Sohn des Spaniers rauschte nach dem Halbfinal-Erfolg des Papas quickfidel über den Center Court und damit direkt in die Herzen der Zuschauer.
„Es war ein schwieriges Match, ich freue mich auf das Finale“, durfte dazu der 34-jährige Bautista Agut sagen, nachdem er seinen Landsmann Alberto Ramos-Vinolas mit 6:3, 7:6 (3) in die Schranken gewiesen hatte. Damit spielt der Weltranglisten-20., der nach den Absagen zur nominellen Nummer eins von Kitzbühel aufstieg, am Samstag um ATP-Titel elf.
Nummer 18 wäre es für Thiem geworden, doch am Ende blieb nach dem Viertelfinal-Aus am Vortag gegen Hanfmann nur die Ernüchterung. Nach dem langen Weg zurück überwog die Zufriedenheit, dennoch ist der US-Open-Sieger von 2020 noch nicht dort, wo er gerne sein will. Thiem: „Jetzt freue ich mich auf Hartplatz.“
Generali Open
Kitzbühel (ATP-250, 597.900 Euro, Sand), Semifinale: Roberto Bautista Agut (ESP/3) – Albert Ramos Viñolas (ESP/5) 6:3, 7:6 (3), Filip Misolic (AUT) – Yannick Hanfmann (GER) 6:2, 2:6, 6:6 (1:0) Regenunterbrechung. Fortsetzung am Samstag (nicht vor 13.30 Uhr).
Viertelfinale: Misolic – Dusan Lajovic (SRB) 2:6, 7:6 (5), 6:3.
Doppel, Semifinale: Martínez/Sonego (ESP/ITA) – Haase/Oswald (NED/AUT) 7:6 (9), 7:6 (2); Pütz/Venus (GER/NZL/1) – Krawietz/Mies (GER/3) 7:6 (6), 7:6 (0).
Samstag: Finale (14 Uhr, ServusTV).