TT-Café punktete in Schwaz mit teils ungeahnten Talenten
Die Interviewgäste beim TT-Café in Schwaz brachten die vielen Besucher zum Lachen, Staunen und Applaudieren. Ein genüsslicher Vormittag.
Von Eva-Maria Fankhauser
Schwaz – Ein bisserl Regen? Das hielt die vielen Besucher beim TT-Café in Schwaz nicht davon ab, den Vormittag in vollen Zügen zu genießen. Vor allem, da kurz darauf wieder die Sonne schien. Während die Band Primetime und Moderatorin Anita Kapferer für gute Stimmung sorgten, gab es für die Besucher ein Gratis-Frühstück: gut 3400 Tassen Testa Rossa caffè vom Handelshaus Wedl, 1750 Stück Gebäck der Hofer Backbox und 900 Flaschen Silberquelle-Mineralwasser wurden ausgegeben.
Die Interviewgäste von Chefredakteur Mario Zenhäusern ließen die Besucher aufhorchen. Die Schwazer Bürgermeisterin Victoria Weber verriet, wie sie die ersten Tage im Amt meisterte: „Am Tag nach der Wahl ging’s mit einem Stapel Arbeit los. Am wichtigsten waren mir die Gespräche mit den Mitarbeitern.“ Der Job ist laut ihr reizvoll. Um aber mehr Frauen dafür zu motivieren, müsse man mehr darüber reden, Vorurteile ausräumen und Rahmenbedingungen schaffen. Auf dem Plan der Stadtchefin stehen künftig zahlreiche Projekte und Veränderungen. Der Neubau der 10 Mio. Euro teuren Steinbrücke in Schwaz ist nicht nur für Weber, sondern auch für BH Michael Brandl ein großes Thema. Er zeigt sich stolz über die ersten Maßnahmen des Wasserverbandes, die nun in Schwaz und im Retentionsraum Jenbach-Stans gesetzt werden. Gebaut wurde in den letzten Jahren auch in der Bezirkshauptmannschaft. Vom Vorplatz bis zum verbesserten Serviceangebot sei dort ein besonderer Ort für alle Schwazer entstanden.
Ein Hingucker auf der Bühne war Miss Alpin Sophia Karwann. Doch die Mayrhofnerin verzauberte sowohl die Jury als auch die TT-Café-Besucher viel mehr mit ihrer Persönlichkeit: „Ich bin ein authentischer, fröhlicher und naturverbundener Mensch – das möchte ich weitergeben.“ Und selbst wenn sie stets die „beste Version ihrer selbst“ sein will – auch für die Fitness- und Yogalehrerein gibt’s ab und zu Chips auf der Couch.
Es ist kein Betrieb wie jeder andere und doch so normal: GF Klaus Mair beschäftigt in der Geschützten Werkstätte (GW) Tirol 310 Mitarbeiter: „86 % davon sind Menschen mit Behinderung.“ Die große Herausforderung in der Ausbildung junger Menschen sieht er im Schaffen von Perspektiven. Wie die GW gewann auch die Tiroler Versicherung einen internationalen Filmpreis. Das Engagement der Mitarbeiter bei der Umsetzung macht Vorstand Franz Mair stolz. Preisverdächtig soll auch der neue Hauptsitz in Innsbruck werden. Mair: „Wir wollen ein Signal setzen, dass man städtisch auch anders bauen kann.“ Es entsteht ein achtstöckiges, begrüntes Holzgebäude.
Bei Eva Lind und Martin Leutgeb kam Chefredakteur Zenhäusern zuerst gar nicht zu Wort – so gut verstanden sich die beiden auf der Bühne. Lind erzählte von ihrer beeindruckenden Gesangs-Karriere, der eigenen Musikakademie und vom Wettbewerb mit internationalen Künstlern, aber auch von ihrer ganz persönlichen Seite als Hobby-Gärtnerin und Malerin.
Als Schauspieler Leutgeb lautstark aus der Zauberflöte zu singen begann, entlockte er der berühmten Sängerin ein „Wow!“. Stimmgewaltig sorgte er auch für einige Lacher. Während er früher gern Pfarrer oder Leichenbestatter geworden wäre – Beerdigungen erlebte er als Kind als eine „Mordsshow“ –, darf er nun als Regisseur eine Predigt verfassen. Und zwar für die Erler Passion. Schauspieler zu werden, habe er nie bereut.
Den Schlusssprint übernahmen die ÖSV-Athleten Ricarda und Raphael Haaser. Die Geschwister vom Achensee sind trotz großer Erfolge am Boden geblieben. Gestern gab’s eine gemeinsame Laufrunde, ansonsten trainiert jeder nach eigenem Plan. Auch wenn sie sich gegenseitig unterstützen: „Zwischen uns gibt’s trotzdem immer einen Wettbewerb“, sagt Ricarda schmunzelnd. Beide starten motiviert in die neue Saison.
Das tut auch Fußballtrainer Thomas Luchner. Dass man als Amateurspieler den Bullen die Stirn bieten konnte, „war ein absolutes Highlight“. Laut ihm zeichnet die Mannschaft aus, „dass wir nie aufgeben und immer versuchen, uns weiterzuentwickeln.“ Das könne man vom Fügener Fußballplatz nicht behaupten. „Vielleicht hat dieser Erfolg es geschafft, dass uns die Gemeinde ein Schmuckkästchen hinstellt.“