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August begrüßt Tirol mit Hitzewelle und Gewittern, Juli-Bilanz voller Extreme

Die Temperaturen klettern diese Woche wieder über 30 Grad.
© Rita Falk / Tiroler Tageszeitung

Die schönsten Tage gibt es zur Wochenmitte mit viel Sonnenschein und bis zu 35 Grad. Richtung Wochenende funken vermehrt Gewitter dazwischen. Viel Sonne und Hitze, aber auch heftige Unwetter hatte der Juli zu bieten.

Innsbruck – Zum August-Auftakt bahnt sich eine „kleine Hitzewelle" ihren Weg nach Tirol, prognostiziert Reinhard Prugger von den Meteo Experts. Ihren Höhepunkt findet sie zur Wochenmitte, bevor die Wetterlage wieder labiler, sprich gewitteranfälliger, wird. Von einem Extrem zum anderen ging es in den vergangenen Wochen, zeigt die Juli-Bilanz: Der Monat war warm, sonnig und trocken, sorgte aber auch für heftige Unwetter.

Wochenstart noch durchwachsen

Mit einem Mix aus Sonne und Wolken bei bis zu 30 Grad geht der Montag zu Ende. „In der Nacht zieht dann eine Front über Tirol und bringt einige Schauer, vereinzelt auch Gewitter", so Prugger.

Ein paar Restwolken ziehen sich noch in den Dienstag, bevor sich in weiten Teilen des Landes die Sonne durchsetzt. Die Temperaturen klettern in Richtung 30-Grad-Marke. Ganz ungetrübt sind die Aussichten aber nicht: Am Nachmittag wechseln sich Sonne und Wolken ab, auch gewittrige Schauer sind da und dort wieder dabei – vor allem in Osttirol.

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Mittwoch und Donnerstag mit bis zu 35 Grad

Die besten Aussichten gibt es zum Wochenteiler, wenn sich laut Wetterdienst Ubimet ein Ableger des Azorenhochs über Mitteleuropa ausbreitet. „Sowohl der Mittwoch als auch der Donnerstag verlaufen sonnig und meist trocken“, erklärt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der österreichischen Unwetterzentrale.

Am Mittwoch stehen bis zu 33 Grad auf dem Programm, am Folgetag legt die Hitze mit bis zu 35 Grad noch einen drauf. Gegen Donnerstagabend könnte sich die Wärme allerdings da und dort in Gewittern entladen – laut Prugger etwa in Süd- und Osttirol sowie am Alpenhauptkamm.

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🌡️ Hitzetipps

  • Genug trinken (Wasser, verdünnte Fruchtsäfte)
  • Auf leichte und gut verdauliche Kost achten (Obst, Salate, Gemüse)
  • Besorgungen in die Morgen- und Abendstunden verlegen
  • Entsprechenden Sonnenschutz (Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor) nicht vergessen
  • Rollläden zur Kühlung der Wohnung schließen
  • Beim frühmorgendlichen Querlüften auch Schränke öffnen
  • PC, TV, E-Herd, Wäschetrockner, Geschirrspüler und Lichtstrahler wegen der Abluftwärme sparsamer einsetzen
  • Körperliche Anstrengungen bei hohen Temperaturen möglichst vermeiden

Hoch lässt Richtung Wochenende nach, vermehrt Gewitter

Nochmal schwül-heiß, aber deutlich wechselhafter dürfte der Freitag werden. Zunächst scheint noch die Sonne, im Laufe des Nachmittags gehen jedoch teils heftige Gewitter auf Tirol nieder.

Dieses Muster setzt sich am Wochenende fort, meint Prugger: Die Luft ist schwül und warm, auch ein paar Sonnenstunden sind dabei. Besonders in der zweiten Tageshälfte wird es aber häufig nass, Gewitter inklusive.

Juli 2022 sehr warm und sonnig, schwere Unwetter in Tirol

Zwischen Hitze und schweren Gewittern schwankten schon die vergangenen Wochen hin und her. „Es war einer der 20 trockensten Julis der Messgeschichte. In der österreichweiten Auswertung gab es 30 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Juli", sagt Hans Ressl von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

„Allerdings gab es in einigen Regionen auch Unwetter mit viel Regen in kurzer Zeit, mit Murenabgängen und kleinräumigen Überschwemmungen." Davon konnte auch Tirol ein Lied singen, am schwersten traf es das Stubaital.

Juli 2022 in Tirol

Niederschlagsabweichung: -16%

Temperaturabweichung: +1.7 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer: 10 %

Temperaturhöchstwert: 37 °C am 20.7. (Innsbruck-Uni)

Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): 6.5 °C am 8.7. (Brunnenkogel)

Temperaturtiefstwert unter 1000 m: 5.9 °C am 9.7. (Ehrwald)

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: 21.4 °C, Abw. +2.4 °C (Lienz)

Höchste Sonnenscheindauer: 263 h, Abw. +7 % (Lienz)

Außerdem machte die Sonne Überstunden – sie schien zehn Prozent mehr als im Durchschnitt und heizte ordentlich ein. „Im Tiefland Österreichs haben wir den sechstwärmsten Juli der Messgeschichte erlebt, auf den Bergen den siebentwärmsten", bilanziert Klimatologe Ressl. Auf Platz 1 liegt 2015, gefolgt von 2006, auf Platz 3 liegt 1983 und gemeinsam auf Platz 4 der Juli 2013 und 1994. In Tirol war es heuer insgesamt 1,7 Grad wärmer als zwischen 1991 und 2020. (TT.com/klh)

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