Tirol

Land Tirol nimmt weitere 7,7 Mio. Euro gegen Teuerung in die Hand

Die Einkommensgrenzen für den Heizkostenzuschuss werden erhöht, das Land Tirol nimmt fünf Millionen Euro in die Hand.
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Der Bezieherkreis für den Heiz- und Wohnkostenzuschuss wird erweitert, Mattle spricht sich für eine Verschiebung der CO2-Bepreisung aus.

Innsbruck – Nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Landesebene werden weitere Maßnahmen gegen die Teuerung diskutiert. Fix ist, dass die Einkommensgrenze für alleinstehende Personen für den Heizkostenzuschuss von 1000 auf 1600 Euro und für den Energiebonus von 1300 auf 1900 Euro erhöht wird. Fünf Millionen Euro nimmt das Land dafür in die Hand.

Zur Sicherung des Wohnbedarfs (Wohnkosten) passt die Regierung die Wohnkostenverordnung je nach Voraussetzung um acht bis 15 Prozent an. Die Mehrkosten werden mit 2,7 Millionen Euro beziffert. Eine entsprechende Verordnung wird in Begutachtung geschickt. Darüber hinaus gibt es noch allerhand Vorschläge der einzelnen Parteien im Landtagswahlkampf. Die Grünen schlagen etwa einen Energiesparbonus vor, wer Energie spart, soll einen Bonus erhalten.

Die Tiroler SPÖ forciert wiederum einen Strompreisdeckel beim Landesenergieversorger Tiwag.

Eine Antiteuerungsprämie des Tiroler Energieversorgers für die Tiroler fordert FPÖ-Chef Markus Abwerzger. Grund dafür seien die jüngsten Konzerngewinne des österreichischen Energieversorgers Verbund, an dem auch die Tiwag beteiligt ist.

Wirtschaftslandesrat und ÖVP-Chef Toni Mattle drängt als Vorsitzender der Teuerungsgruppe im Land erneut auf eine Verschiebung der CO2-Bepreisung. Es mache wenig Sinn, eine zusätzliche Steuer einzuheben und die Menschen in dieser kritischen Zeit noch mehr zu belasten. „Die Spritpreise belasten aber besonders jene, die tagtäglich auf ihr Auto angewiesen sind. Bei der Präsentation der ökosozialen Steuerreform lag der Preis für einen Liter Superbezin bei 1,342 Euro, seither hat es eine deutliche Steigerung gegeben.“ Nachsatz Mattles: Das entbinde Bund und Länder aber nicht von der Pflicht, möglichst rasch aus den fossilen Energieträgern auszusteigen und die Energiewende voranzutreiben.

Die Teuerung, und das zeigen Umfragen, ist für die Bevölkerung das zentrale Thema, worauf sie von der Politik Antworten im Vorfeld der Landtagswahlen erwartet. (pn)

Umfrage:

Alles wird teurer, die Kosten für die Tirolerinnen und Tiroler steigen rasant. Während die Politik um eine Lösung ringt, wollte die Tiroler Tageszeitung von den Menschen in den Bezirken wissen, wo sie sich mittlerweile einschränken und wo sie jetzt sparen?

Inge Fiedrich, Innsbruck:

„Ich habe mir das Klimaticket gekauft und fahre mehr mit der Bahn. Beim Einkaufen von Lebensmitteln überlege ich mir gut, was ich wirklich brauche.“

Anna Zauser, Kappl:

„Damit man sich den Benzin leisten kann, kann man nicht mehr nach Gutdünken ins Geschäft gehen. Da muss man nach den Schnäppchen schauen.“

Tanja Schuchter, Roppen:

„Wir sind Doppelverdiener und können uns kaufen, was wir brauchen. Wenn, dann schränke ich mich derzeit persönlich bei Kleidung ein.“

Adam Aigner, Kössen:

„Ich schränke mich nicht ein. Was ich privat brauche, kann ich mir auch leisten. Und in der Firma muss ich die Kosten eh weiterverrechnen.“

Katrin Gutwenger, St. Veit:

„Ich bin glücklicherweise nicht eingeschränkt, spüre die Teuerung aber schon. Ich denke viel an Familien, bei denen das Geld ohnehin schon knapp war.“

Andrea Kraus, Wörgl:

„Mit unserer kleinen Pension müssen wir sowieso haushalten. Wir kaufen nichts, was wir nicht unbedingt brauchen. Der Gasthaus-Besuch wird künftig kaum leistbar sein.“

asdf

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