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Ukrainischer Botschafter in Österreich: „Putin hat den Krieg lange geplant“

Der ukrainische Botschafter Vasyl Khymynets in Innsbruck: „Das Ziel der Ukraine war und ist die EU.“
© Böhm

Der ukrainische Botschafter in Österreich, Vasyl Khymynets, glaubt, dass die Ukraine mit westlicher Unterstützung gänzlich befreit werden kann. Bei Friedensverhandlungen könne es keine Forderungen Moskaus geben.

Innsbruck – Der ukrainische Botschafter in Österreich, Vasyl Khymynets, sprach im Rahmen seines Tirol-Besuchs mit der TT über das Getreideabkommen, Putins brutalen Krieg gegen die Ukraine, den steinigen Weg seines Landes nach Europa und falsche Weichenstellungen bei der Energieversorgung Europas.

Gestern hat erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wieder ein Schiff mit Getreide einen ukrainischen Hafen verlassen. Kann das am 22. Juli unterzeichnete Abkommen zum Getreideexport aus Ihrer Sicht Bestand haben?

Vasyl Khymynets: Die Ukraine hat alles Mögliche gemacht, damit dieses Abkommen zustande kommt, denn wir verstehen die globale Bedeutung dieser Vereinbarung sehr gut. Sie ist so wichtig, weil es um die Ernährung von rund 400 Millionen Menschen geht – so viele Menschen können mit den ukrainischen Getreideexporten für den Weltmarkt ernährt werden. Zurzeit warten 22 Millionen Tonnen Getreide auf den Export, wobei Russland viele Millionen Tonnen illegal aus den besetzten Gebieten gestohlen und in der Folge verkauft hat. Es geht darum, eine globale Krise zu verhindern. Eine globale Krise, die Russlands Präsident Wladimir Putin auszulösen versuchte. Und es geht auch um die Einnahmen für die ukrainischen Bauern. Einnahmen, die sie dringend brauchen, um weiter investieren zu können. Wir möchten, dass die Vereinbarung hält und umgesetzt wird. Wir werden unseren Verpflichtungen nachgehen. Was Russland betrifft, ist das schwer zu sagen. Es gibt so viele Fälle, wo Russland seine Verpflichtungen nicht erfüllt und internationale Abkommen bricht. Schon einen Tag nach der Unterzeichnung des Abkommens wurde der Hafen von Odessa bombardiert. Aber wir hoffen auf die Türkei und die UNO, die sich für diese Vereinbarung einsetzen und auf Russland einwirken.

Aber Sie trauen Moskau nicht über den Weg?

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