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585 PS stark: Kias Elektrohammer heißt EV6 GT

Als GT zückt der Kia EV6 das Messer: Mit 585 PS katapultiert sich der koreanische Stromer ins Spitzensegment der Elektro-Liga.

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Rauchen erlaubt: So sehen 585 PS und 740 Newtonmeter aus, wenn man sie von der Leine lässt. Der EV6 GT kann aber auch ganz brav.
© Hersteller

Von Stefan Pabeschitz

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Stockholm – Die Zahlen müssen erst ein wenig sickern: 585 PS. 740 Newtonmeter Drehmoment. 3,5 Sekunden von null auf hundert. In einem Kia. Die E-Mobilität nivelliert die Marken-Hierarchie und Kia nutzt die Chance, ungeniert ins Premium-Revier einzubrechen. Der EV6 GT schlägt beim Leistungsniveau dort an, wo bisher Porsche Taycan Turbo und Mercedes EQS AMG 53 ein Solo gegeben haben. Das Gesamt-Setup des Serienmodells wurde dafür großzügig angepasst: Neben steiferen Stabilisatoren und härteren Federn ist auch eine neu adaptierte, variable Lenkung an Bord, dazu aktive Dämpfer und entsprechend solide zupackende Bremsen.

Um die 218 PS an der Vorder- und 367 an der Hinterachse dauerhaft antraben zu lassen, kommt außerdem ein neues Invertermodul zum Einsatz – ein Bauteil, das generell so eine Art Stein der Weisen bei E-Antrieben darstellt: Es ist für die Umwandlung des Batterie-Gleichstroms und den Betriebs-Wechselstrom zuständig und auf umgekehrtem Weg für die Rekuperations-Energie. Was zu hoher Belastung und Temperaturentwicklung führt, weswegen viele Stromer bei Zeiten in ein Notprogramm mit stark reduzierter Leistung wechseln müssen. Beim EV6 sind der Kickdown so beliebig oft replizier- und ein hohes Tempo problemlos haltbar, eine Domäne, die bisher die deutschen Top-Marken exklusiv für sich beanspruchen konnten.

Was der koreanische E-Bolide ihnen sogar voraushat, ist die Leichtfüßigkeit, mit der er antritt. Mit über 2,1 Tonnen bringt er aber immer noch um 300 bis 500 Kilo weniger auf die Waage als der Premium-Mitbewerb. Gelungen ist auch die Spreizung der Fahrmodi von Eco, Comfort über Sport bis zu GT – Letzterer wird mit Direktwahltaste am Volant aktiviert. In dem stellt der EV6 Leistungs-Kennlinie, Lenkübersetzung, Sperrdifferential, Traktionskontrolle und Fahrwerksabstimmung auf scharf und fährt ab da mit dem Messer zwischen den Zähnen, bei Bedarf bis zu 260 km/h schnell. Was genau genommen eine Themaverfehlung ist – nicht des Umweltgedankens wegen, sondern weil die wahre Stärke des GT im unglaublich präzisen Fahrverhalten liegt. Lenkreaktion, Wank-Unempfindlichkeit, Spurtreue und Leistungsentfaltung liegen auf höchstem Dynamik-Niveau. Kia selbst reiht sein neues Elektro-Flaggschiff als Neuinterpretation des klassischen Gran Turismo ein, also nicht als dezidierten Sportwagen, sondern als Hochleistungs-Tourer. Ein schmaler Grat, den der EV6 GT auch einmal ganz locker überschreitet, um drüben Porsches und AMGs zu sekkieren. Wer es damit nicht übertreibt, schafft die 424 Kilometer WLTP-Reichweite mit Abzügen in der Praxis.

Optisch setzen die Koreaner dabei betont auf Understatement: Die sportlichen Retuschen sind äußerst dezent und beschränken sich auf schmuckes 21 Zoll-Schuhwerk, etwas entschlossenere Front-Optik und eine diskrete Diffusor-Anmutung am Heck. Drinnen bezeugt die grüngelbe Signalfarbe den sportlichen Anspruch, ebenfalls unaufdringlich eingesetzt, formschöne Sportsessel sorgen für passgenauen Halt. Die Preisankündigung des Vorjahres von knapp unter 70.000 Euro musste Kia wegen der steigenden Rohstoffpreise mittlerweile nach oben korrigieren – mit 75.790 Euro ist der EV6 GT dieser Leistungsklasse aber immer noch ein gutes Angebot. Ankreuzen von Extras entfällt. Der GT kommt in Vollausstattung.

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