Innenpolitik

Wer wird neuer Generalstabschef? Striedinger gilt als wahrscheinlichste Wahl

Generalmajor Hofbauer gilt im Heer als Favorit, ihm fehlt aber der ÖVP-Stallgeruch.
© APA/Fohringer

Wien – Die Bestellung eines neuen Generalstabschefs für das österreichische Bundesheer befindet sich im Finale. Vier der elf Kandidaten wurden nach Informationen der Bewertungskommission als „im höchsten Maße geeignet“ eingestuft. Als Favorit gilt nach wie vor der stellvertretende Generalstabschef und Gecko-Leiter Rudolf Striedinger. Er ist in der niederösterreichischen ÖVP und damit auch mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bestens vernetzt.

Generalmajor Rudolf Striedinger.
© GEORG HOCHMUTH

Unter den „im höchsten Maße geeigneten“ Kandidaten befinden sich dem Vernehmen nach neben Striedinger auch der Leiter der Beschaffung im Ministerium, Harald Vodosek, Tanners Stabschef Friedrich Schrötter und Bruno Hofbauer. Der Letztgenannte gilt vor allem beim Bundesheer als Favorit. Hofbauer wird als kommunikativ beschrieben und genießt in der Truppe höchstes Ansehen. Medial bekannt wurde er in den vergangenen Monaten mit seinen Analysen zum Ukraine-Krieg. Er ist zwar auch Niederösterreicher, aber er hat im Vergleich zu Striedinger keinen ÖVP-Stallgeruch.

Striedinger musste wegen seiner Auftritte als Co-Chef des Corona-Beratungsgremiums Gecko Kritik einstecken. Vor zwei Jahren sorgten seine Aussagen auf militärischer Ebene für Aufregung. Er erklärte, dass die militärische Verteidigung nicht mehr Kernaufgabe des Heeres sei. Die in einem Hintergrundgespräch getätigten Aussagen dürften in Absprache mit Ministerin Tanner gefallen sein. Die Aussagen riefen auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf den Plan. Tanner, so die Mutmaßungen, will trotzdem Striedinger bestellen. Um den Anschein von Objektivität gelten zu lassen, führt sie mit den Bewerbern jedoch noch Vieraugengespräche durch. (misp)

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