Innsbruck

Kunstpavillon und Neue Galerie: Exkursionen in bedrohte wässrige Gefilde

Installation von Elsa Salonen im Kunstpavillon.
© Tir. KünstlerInnenschaft/WEST.Fotostudio

Drei Künstlerinnen hinterfragen im Kunstpavillon und in der Neuen Galerie auf konträre Weise unterschiedliche „Bodies of Water“.

Innsbruck – Die Beziehung des Menschen zur Umwelt kunstvoll zu hinterfragen, war eines der zentralen Themen von Künstlerschaft-Chefin Petra Poelzl und ist es auch in ihrer Abschiedsausstellung „Bodies of Water“. Bestückt mit den Arbeiten von drei Künstlerinnen, die nach der bildgewaltig zwischen Dystopie und Utopie verorteten Rauminstallation des chinesischen Künstlers Tianzhuo Chen allerdings reichlich blass daherkommen.

Dass die zunehmende Abschaffung des Menschen durch sich selbst die Folge des patriarchalischen Kapitalismus ist, thematisierte bereits Ursula Beiler in ihrer Eröffnungsperformance der Schau. In der die Verfasstheit der Natur aus völlig unterschiedlichen Perspektiven an Wasserlandschaften festgemacht wird. Von der Finnin Elsa Salonen etwa am Meer. Um etwa das kleine Glashaus, das sie in den Kunstpavillon gestellt hat, mit Farben zu bemalen, deren Pigmente sie aus von ihr selbst zermahlenen Muscheln, Korallen, Algen oder auch Plastikmüll hergestellt hat. Mit einem Ergebnis, das in seiner Morbidität höchst poetisch daherkommt, ganz im Gegensatz zum dreiteiligen Videoessay der spanischen Künstlerin Enar de Dios Rodríguez. Ihr fast wissenschaftlich exaktes Interesse gilt dem Meeresgrund als bisher weitgehend unerforschtem „Kontinent“, der allerdings zunehmend in den Fokus wirtschaftlicher Interessen gerät.

Dass die Osttirolerin Hannelore Nenning eine leidenschaftliche Kämpferin gegen das Verschwinden ursprünglicher Wasserlandschaften ist, zeigt sich auch in ihren allzu brav gemalten Aquarellen und Zeichnungen von Idyllen, die menschenleer sind, in denen dafür Vöglein zwitschern und Fischlein munter schwimmen. Dass mit Arbeiten dieser Art die Neue Galerie bis Mitte November blockiert wird, ist angesichts der schwierigen Ausstellungssituation für heimische KünstlerInnen allerdings nur schwer nachvollziehbar.

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