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Nach Brand in Berlin: Sprengplatz noch 140 Grad heiß, überall Patronen

Nach dem Brand im Berliner Grunewald kann von Entspannung noch keine Rede sein. Das noch 140 Grad heiße Sprenggelände und umher geschleuderte und weit verteilte Munition sind gefährlich.

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Vergangenen Donnerstag brach der Brand im Grunewald aus. Die Rauchschwaden waren weithin sichtbar.
© IMAGO/Christian Ender

Berlin – Vier Tage nach Ausbruch eines Brandes auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald bleibt die Lage angespannt. Die Autobahn A115 (Avus) blieb auch am Montag weiter gesperrt, entschied die Feuerwehr. Ob das weiter nötig ist, werde mehrmals täglich in Lagebewertungen überprüft, am Montagabend sollte es eine weitere Bewertung geben, sagte ein Sprecher. Eine Freigabe der Autobahn wurde aber noch nicht erwartet. Sie ist erst möglich, wenn der Radius des Sperrkreises von 1000 auf 500 Meter verringert wird. Der Feuerwehreinsatz dort wird nach derzeitiger Einschätzung noch viele Tage andauern.

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Auf dem Sprenggelände, auf dem die Polizei tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerte, herrschten zum Teil immer noch Temperaturen von 140 Grad, so dass weiterhin Explosionsgefahr besteht, wie ein Sprecher sagte. Die Feuerwehrleute können das Gebiet daher nicht betreten. Nur mit einem umgebauten Panzer, der Wasser verspritzen kann, und mit Löschrobotern können der heiße Boden und die umher liegende Munition gekühlt werden. Weil das Gelände groß, unwegsam, unübersichtlich und von Gebäuden und Zäunen durchzogen ist, gestalte sich dieses Kühlen mit Wasser sehr schwierig, hieß es.

Außerdem gibt es auf dem Sprengplatz immer noch Glutnester, der Wind lässt manche Stellen wieder aufflammen. Weltkriegsbomben und zahlreiche große Patronen seien durch die Explosionen in der Nacht zu Donnerstag überall verstreut worden. Sollte ein Sprengkörper explodieren, könnten Teile davon Menschen verletzen oder auf die Autobahn geschleudert werden, so die Feuerwehr.

Brandursache unbekannt

Die Bereiche müssten auf unter 60 Grad gekühlt werden, um die Explosionsgefahr zu bannen, hätten die Sprengstoffexperten angeordnet, hieß es. Einen vergleichbaren Einsatz einer Feuerwehr habe es wohl im Nachkriegsdeutschland so noch nicht gegeben, sagte der Sprecher. Am Montag waren insgesamt rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.

Das Feuer war in der Nacht zum Donnerstag nach bisherigen Erkenntnissen auf dem Sprengplatz ausgebrochen, die Ursache ist noch nicht bekannt. Ob es sich um Brandstiftung handelte, will die Kriminalpolizei klären. Es kam wegen der gelagerten Munition und Kampfmittel zu Explosionen. Zunächst war auch die Bahnstrecke, die parallel zur Autobahn, aber in etwas größerem Abstand zum Waldbrand verläuft, gesperrt worden. Seit Samstag fahren hier wieder Züge.

Angesichts der Ereignisse wird darüber diskutiert, ob sich der seit 1950 bestehende Sprengplatz an der richtigen Stelle befindet.

In Sicherheit wurde auch eine Schafherde gebracht, wie die Feuerwehr twitterte – sie löste damit Erleichterung bei vielen Tierfreunden aus. (dpa)


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