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Kufstein dreht das Licht ab: Denkmäler ab Mitternacht dunkel

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Die Energiekrise zwingt zum Sparen, auch die Beleuchtung für die Festung ist betroffen.
© Festung Kufstein

Kufstein – In der Festungsstädter Kommunalpolitik ist man sich nach den Worten von Bürgermeister Martin Krumschnabel einig: Die Devise der Stadtpolitik muss heißen: Energie sparen und noch einmal Energie sparen. Und die erste Etappe haben Nachtschwärmer bereits mitbekommen: In der Nacht von Montag auf Dienstag versank die Festung Kufstein in Dunkelheit, ausgenommen die Notbeleuchtung. „Die müssen wir wegen der Betriebsgenehmigung weiter leuchten lassen“, sagt Emanuel Präauer, Chef der Festung Kufstein.

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Laut Bürgermeister Krumschnabel war das Abschalten der Festungsbeleuchtung von Montag auf Dienstag ein Probelauf, seit gestern bzw. heute wird die Festung nächstens ab Mitternacht immer dunkel bleiben. Eventuell wird künftig sogar noch früher das Licht abgedreht oder überhaupt nicht mehr eingeschaltet, wie Krumschnabel andeutet. Im Ganzen werden bei weiteren Punkten wie den Denkmälern die Scheinwerfer ausgeschaltet, verrät der Bürgermeister. Dabei geht es nicht nur um den monetären Aspekt, sondern um die Signalwirkung.

Immer wieder hat es in den vergangenen Jahren Vorschläge für die Reduzierung der Beleuchtung auf der Festung Kufstein gegeben. Meist wurden die Anträge und Aufrufe nach hitzigen Diskussionen aber mit den Hinweisen auf die Werbewirksamkeit der beleuchteten Festung für Stadt und Tourismus abgeschmettert. Im Zeichen der Energiekrise dürften diese Stimmen wohl eher verstummen, wobei Bürgermeister Krumschnabel klar ist, dass es durchaus trotzdem „auch Kritik geben wird“.

Der Lichtschalter könnte aber nicht nur bei den Denkmälern auf Aus gedreht werden. Selbst über Flutlicht- oder Beschneiungsanlagen müsse man diskutieren, sagt der Kufsteiner Stadtchef. Dabei dürfe es keine Tabus geben.

Hand in Hand mit dem Stromsparen diskutieren die Kufsteiner Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung, um die Teuerungen abzufangen. Aber nicht mit der Gießkanne, sondern individuell angepasst, wie Krumschnabel erklärt.

Energie sparen soll nicht nur die Stadt, sondern jeder Einzelne. Die Stadtwerke Kufstein informieren jetzt, dass man die Beratungstätigkeit in Bezug auf das Energiesparen intensivieren will. Dazu wurde eine Kooperation mit Mitarbeitenden und Studierenden des Studiengangs Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement (ENM) der Fachhochschule eingegangen. So werden im Rahmen des Projekts weitere Empfehlungen gesammelt und die Umsetzbarkeit geprüft. Zusätzlich wird durch die FH Kufstein „ein Fokus auf neue Kommunikationswege gelegt. Die Studierenden werden kreative Ideen entwickeln, wie aktuelle Trends auf verschiedenen Social-Media-Plattformen genutzt werden können, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen und so den Gedanken und die Notwendigkeit des Energiesparens bestmöglich zu verbreiten. Außerdem sind Veranstaltungen und Vorträge zum Thema geplant“, teilt die FH mit. (wo)


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