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Rettungsaktion gescheitert: Aus Seine geretteter Belugawal gestorben

Der Gesundheitszustand des geschwächten Meeressäugers verschlechterte sich nach der Rettung aus der Seine. Das Tier wurde eingeschläfert.

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Die dramatische Rettungsaktion an der Seine nahm ein trauriges Ende.
© JEAN-FRANCOIS MONIER

Rennes – Die Rettungsaktion für einen Belugawal in Nordfrankreich ist gescheitert. Tierärzte mussten den aus der Seine befreiten Wal am Mittwoch nach dem Transport zum Ärmelkanal einschläfern. Der geschwächte Meeressäuger sei unmittelbar nach seiner Ankunft in der Hafenstadt Ouistreham tierärztlich untersucht worden, teilte die Präfektur des Départements Calvados mit. Dabei sei leider festgestellt worden, dass sich sein Zustand während des Transports stark verschlechtert habe.

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"Trotz der beispiellosen Aktion zur Rettung des Belugawals, bedauern wir, bekanntgeben zu müssen, dass der Wal gestorben ist", so die Präfektur auf Twitter. Die Atmung des Tiers habe sich während des Transports in ein Meerwasserbecken in der Normandie zusehend verschlechtert, teilte außerdem die Präfektur in Caen mit. Deswegen sei der Wal eingeschläfert worden, erklärte Amtstierärztin Ollivet Courtois.

Tierärzte kümmerten sich um das Tier.
© JEAN-FRANCOIS MONIER

Der Belugawal war am Dienstag vergangener Woche erstmals in der Seine gesichtet worden und saß seit Freitag in einer Schleuse in Saint-Pierre-La-Garenne rund 70 Kilometer vor Paris fest – 130 Kilometer von der Seine-Mündung am Ärmelkanal entfernt. In dem warmen Süßwasser hätte das Tier Experten zufolge nicht lange überleben können. Normalerweise leben Belugawale in arktischen Gewässern vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas.

In einer aufwendigen mehrstündigen Rettungsaktion hatten Einsatzkräfte den geschwächten Wal daher in der Nacht aus der Seine befreit. Der vier Meter lange und etwa 800 Kilogramm schwere Meeressäuger wurde mit einem Netz und einem Kran aus der Schleuse gehoben und nach einer ersten tierärztlichen Untersuchung auf einem Lastkahn in einen Kühllastwagen verladen.

Der Lastwagen sollte den Wal ins rund 160 Kilometer entfernte Ouistreham am Ärmelkanal bringen. Im dortigen Hafen war ein Meerwasser-Becken für ihn vorbereitet worden, wo er aufgepäppelt werden sollte. Dann sollte er zurück ins offene Meer gebracht werden. Die französischen Behörden hatten aber von Anfang an nicht ausgeschlossen, dass der Wal den Transport nicht überleben würde. (APA/AFP/dpa/Reuters)


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