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Lärmschutzwand sorgt bei Bahnanrainern in Jenbach für ruhigere Zeiten

Nach Anrainer-Beschwerden reagierten die Verantwortlichen der Zillertaler Verkehrsbetriebe (ZVB). 340.000 Euro teure Lärmschutzwand schirmt neues Verladeterminal am Jenbacher Bahnhof ab

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Am Holz-Verladeterminal der Zillertalbahn in Jenbach werden derzeit Lärmschutzwände gebaut.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

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Jenbach – Die Bewohner des Jenbacher Rotholzerweges hatten genug vom Rumpeln und Pfeifen in den Nachtstunden. Vor gut einem Jahr beschwerten sie sich deshalb in der Chefetage der Zillertalbahn. Im Visier stand die Verladearbeit am neuen Terminal der Zillertalbahn, wo per Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) angelieferte Baumstämme mit Spezialwagen der Zillertalbahn zu Binderholz nach Fügen verfrachtet werden. Helmut Schreiner, Technikvorstand der Zillertaler Verkehrsbetriebe (ZVB), suchte daher mit den Anrainern das Gespräch. Und es blieb nicht nur bei Beruhigungsphrasen, wie sich jetzt zeigt. Nach Messungen durch den Experten Martin Sölder stand bald fest: Es muss eine Lärmschutzwand errichtet werden. „Sicher stellt die Holzverladung eine Sondersituation dar. Das muss ganz klar festgestellt werden, um keine anderen Begehrlichkeiten aufkommen zu lassen“, stellt Schreiner dazu fest.

Es gehe auch um die Sicherheit der Bahnreisenden im Umfeld des Terminals. Mitte Juli wurde mit dem Bau einer 200 Meter langen und fünf Meter hohen Lärmschutzwand begonnen. „Mit der Fertigstellung ist Ende August zu rechnen“, sagt ZVB-Betriebsleiter Hannes Obholzer. Rund 340.000 Euro kostet die Lärmschutzwand, die durch ein mittelfristiges Investitionsprogramm mit Hilfe von Bund und Land, den Gemeinden des Zillertals und der Gemeinde Jenbach finanziert wird. Laut Helmut Schreiner konnten durch den Transport auf der Schiene im ersten Betriebsjahr 19.000 Fahrten per Lkw eingespart werden. Und Franz Hörl, der Aufsichtsratsvorsitzende der Zillertaler Verkehrsbetriebe AG, setzt nach: „Wir hatten von Anfang an das Ziel, die Zillertaler Bundesstraße B169 und die Menschen im Tal damit zu entlasten.“ Im Jänner 2022 startete die Zillertalbahn auch damit, Schnittholz und Pellets von Binderholz von Fügen nach Jenbach zu befördern. Und die Latte liegt hoch: In diesem Jahr wollen die ZVB und Binderholz rund 220.000 Tonnen an Holztransporten auf die Schiene bringen. „So können wir ab Werk Hackschnitzel für die steirische Papierindustrie befördern“, freut sich Martin Sigl, der Logistik-Leiter von Binderholz.

ZVB-Vorstand Schreiner rechnet mit einer Steigerungsrate von 15 Prozent für das laufende Jahr. Im ersten vollen Betriebsjahr schickte die ZVB 582 Güterzüge mit 4649 Waggons auf die Reise. „Dabei haben wir auch im Personenverkehr deutlich zugelegt. Die Zillertalbahn erreichte im Vorjahr mit 64 Prozent die stärkste Zunahme aller österreichischen Privatbahnen und konnte die Anzahl der Fahrgäste 2021 um 921.000 auf 2,36 Millionen steigern.

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