Entgeltliche Einschaltung

Trumps lautstärkste Kritikerin verliert bei Vorwahlen und kämpft weiter

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion
Liz Cheney: „Wir können uns nicht von der Wahrheit abwenden und eine freie Nation bleiben.“
© AFP/Fallon

Washington – Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hat im Ringen um die Kontrolle über die Republikanische Partei einen symbolischen Sieg errungen. Die Abgeordnete Liz Cheney, die als prominenteste innerparteiliche Kritikerin von Trump gilt, verlor im Bundesstaat Wyoming die Vorwahl gegen die von Trump unterstützte Bewerberin Harriet Hageman.

Entgeltliche Einschaltung

Cheney, die noch vor zwei Jahren mit 73 Prozent der Stimmen gewonnen hatte, gilt eigentlich als konservatives Urgestein. Ihr Vater ist der frühere Vizepräsident Richard Cheney; sie selbst war die Nummer drei der Republikaner im Repräsentantenhaus. Doch nach dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol stellte sie sich gegen den Präsidenten. Sie stimmte für seine Amtsenthebung und ist Vizevorsitzende des Ausschusses, der den Kapitolsturm untersucht. Das trug ihr heftige Angriffe und Revanchegelüste von Trump sowie anonyme Drohungen ein. Sie ließ sich deshalb im Wahlkampf kaum in Wyoming blicken, während Hageman unermüdlich durch den Bundesstaat tourte und letztlich mit weit mehr als 60 Prozent der Stimmen gewann.

undefined

Plus

TT-Leitartikel zu den US-Republikanern: Trumps Rache

Cheney gab sich in der Niederlage kämpferisch. In einer Rede vor Anhängern bezog sie sich auf Präsident Abraham Lincoln und den Bürgerkriegsgeneral Ulysses S. Grant, der später ebenfalls Präsident wurde. Der Mut dieser Männer habe die Freiheit gerettet, sagte sie. „Wir dürfen nicht untätig verschwenden, wofür so viele gekämpft haben und gestorben sind.“ Republikaner, Demokraten und Unabhängige müssten zusammenstehen gegen diejenigen, „die unsere Republik zerstören würden“.

📽️ Video | Trumps lautstärkste Kritikerin verliert bei Vorwahlen

Trump hingegen feierte die Niederlage seiner Kritikerin auf seiner Plattform Truth Social. „Liz Cheney sollte sich schämen“, schrieb er. Sie könne nun in der „politischen Vergessenheit“ verschwinden. Das dürfte aber wahrscheinlich nicht passieren. US-Medien spekulieren, dass sie bei der Präsidentenwahl 2024 als parteiunabhängige Kandidatin ins Rennen gehen könnte. Offen bleibt, wem das mehr schadet. (floo)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung