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Sorgenkind wurde Vorbild: Finkenberger Schutzwald ist preisverdächtig

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Beim Lokalaugenschein: Michael Erler, Agrarier Johann Stöckl, Ivo Schreiner (WLV), Josef Fuchs, Josef Geisler, Andreas Kröll und Norbert Mitterer (v. l.).
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Von Angela Dähling

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Finkenberg – Das Aufforstungsprojekt „Finkenberg Sonnseite“ wurde jetzt für den Österreichischen Staatspreis Wald nominiert. „Bei diesem vorbildlichen Projekt wurde in den letzten drei Jahrzehnten Weitsichtigkeit bewiesen und die Tragweite der Langfristigkeit erkannt“, erklärte Landesforstdirektor Josef Fuchs gestern bei einem Lokalaugenschein.

Die Ausgangslage vor rund 30 Jahren: ein alter, schwacher, geschädigter Wald. Nach gemeinsamer Kraftanstrengung seit 1992 von Forstdienst, Waldbesitzern, Jagd, Gemeinde und Wildbach- und Lawinenverbauung erfüllt der Wald seine Schutzfunktion wieder. Dass der beste und günstigste Schutz gegen Lawinen und Steinschlag ein verjüngter Mischwald auf den steilen Hängen zwischen Mayrhofen und Tux ist, freut nicht nur Finkenbergs Bürgermeister Andreas Kröll. „In Osttirol hat sich gezeigt, zu welchen Katastrophen es kommen kann, wenn der Schutzwald nicht mehr funktioniert. Frühzeitige Verjüngung des Waldes ist wichtig. Dadurch ist er auch stabiler in Bezug auf Borkenkäfer“, ergänzte LHStv. Josef Geisler.

Eine Dreiviertelmillion Euro haben Bund, Land und die Interessenten in den letzten 20 Jahren in die Waldrevitalisierung gesteckt. Über 260.000 Bäume wurden gepflanzt, knapp 120.000 Festmeter Schad- und Altholz mittels Kran aus dem Wald gebracht. Die Verhandlungen seien nicht immer leicht gewesen, beinahe wäre das Projekt einst eingestellt worden, weil der Wildbestand nicht passte, erinnerte Josef Fuchs. „Wir erfüllen die Abschussvorgabe zu 100 Prozent, die Schützen sind großteils Einheimische“, sagt Waldaufseher und Jagdleiter Michael Erler. Man habe die Jagd nicht mehr verpachtet, sondern seit 2016 in Eigenbewirtschaftung die jagdlichen Maßnahmen konsequent umgesetzt. Nach Reduktion des Rehwildbestands wurden sechs Futterstellen aufgelassen. Der Verbiss liegt laut Fuchs nun bei 10 bis 15 statt 40 Prozent. Mit technischen Maßnahmen wurde die Schutzwaldwirkung durch die Wildbach- und Lawinenverbauung zudem noch ergänzt.

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