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„She-Hulk“: Wie Captain America seine Unschuld verlor

In der neuen Marvel-Serie „She-Hulk“ will eine Superheldin nicht die Welt retten, sondern als Anwältin arbeiten.

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Episode 1 von „She-Hulk“ mit Tatiana Maslany und Mark Ruffalo ist seit gestern bei Disney+ abrufbar.
© Disney

Innsbruck – Aus dem Kino sind Marvels Superhelden seit mehr als einem Jahrzehnt nicht wegzudenken. 29 mehr als abendfüllende Spielfilme gibt es im so genannten MCU – dem Marvel Cinematic Universe. Der dreißigste, „Black Panther: Wakanda Forever“, startet im November. Zwölf weitere Filme werden derzeit vorbereitet, gedreht oder veröffentlichungsfertig gemacht.

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📽️​ Trailer | „She-Hulk“

Aber das „Cinematic“ im „Cinematic Universe“ greift zu kurz: Seit 2013 wollen gut ein Dutzend Serien ins Universum eingemeindet werden. Zunächst arbeitete Marvel dafür mit TV-Sendern zusammen, dann mit Netflix, inzwischen wird exklusiv für den Streamingdienst von Mutter-Konzern Disney produziert.

Während die Marvel-Blockbuster zuletzt – im „Multiverse of Madness“ zum Beispiel oder bei „Thor: Love and Thunder“ – deutliche Ermüdungserscheinungen zeigten, brauchten die Serien etwas Anlaufzeit. Nach inzwischen sieben bei Disney+ abrufbaren Serien lässt sich sagen: Sie sind immer dann am besten, wenn die Superhelden-Sache in den Hintergrund tritt oder die mitverantwortete Superhelden-Schwemme selbst thematisiert wird: „Hawkeye“ funktionierte als vorweihnachtlicher Spaß über die Kommerzialisierung der Vorweihnachtszeit – mittels Marvel-Musical zum Beispiel –, „Ms. Marvel“ führte zuletzt nicht nur die Wirrnisse der Adoleszenz vor, sondern auch jene übersteuerten Fandoms, und jetzt beantwortet „She-Hulk: Die Anwältin“ die Fragen, ob Superhelden für ihr Tun juristisch belangt werden können und auch Superschurken Anspruch auf Rechtsbeistand haben. Achtung, Spoiler: Ja und ja. Deshalb richten namhafte Kanzleien eigene Abteilungen ein – und eine brüstet sich sogar damit, mit She-Hulk eine Anwaltin mit Superkräften in ihren Reihen zu haben. Wie Jennifer Walters (Tatiana Maslany) zu diesen Kräften kam, wird in Episode eins recht überraschungsarm runtererzählt. Dazu nur so viel: Ihr Cousin Bruce (Mark Ruffalo) hat einiges damit zu tun.

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Bruce kennt man aus den „Avengers“-Filmen. Und selbst wenn nicht, weiß man: Wenn er wütend wird, wird er zum Hulk. Das wäre bei Jennifer ähnlich. Aber als Frau in einer patriarchalen Gesellschaft ist sie geübt, ihre Wut auf die Verhältnisse tagein, tagaus zu unterdrücken. Überhaupt macht sie um ihre unverhofften Superkräfte wenig Theater. Sie will sich als Anwältin beweisen – und nicht im Leute-durch-die-Gegend-Schmeißen. Gegen den strunzdummen Namen „She-Hulk“ wehrt sie sich umsonst: „Auch mit Superkräften bin ich nur ein Hulk-Anhängsel“, stöhnt sie – und macht weiter. Beruflich soll sie ausgerechnet den einstigen Erzfeind ihres Cousins (Tim Roth greift – fast schon auffallend entspannt – seinen Part als Emil Blonsky in „Der unglaubliche Hulk“, 2008, wieder auf) durchs Begnadigungsverfahren begleiten, privat versucht sie es mit Dating-Apps. Dazwischen kracht es in den ersten vier Folgen – mehr bekam die TT vorab nicht zu sehen – manchmal. Der Kampf um Wohl und Wehe der Welt dürfte aber vorerst nicht ausgefochten werden müssen: „She-Hulk“ ist eher „Ally McBeal“ als Action-Feuerwerk. Es wird schnell geredet und bisweilen grandios gewitzelt: über toxische Typen, Trickbetrüger, zornige Zauberer und namhafte Gastauftritte. Marvel-Maniacs erfahren dabei unter anderem, wo und wann Captain America seine Unschuld verloren hat. Die Frage, warum ausgerechnet der Hulk davon weiß, bleibt indessen unbeantwortet. (jole)

She-Hulk: Die Anwältin. Neun Episoden. Neue Folgen immer donnerstags bei Disney+.


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