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Neuer Test aus Tirol erkennt Gebärmutterkrebs früh und zuverlässig

Ein neuer Test, den ein Forschungsteam der Uni Innsbruck entwickelt hat, erkennt mit Hilfe eines einfachen Abstrichs Gebärmutterkrebs. Vielen Frauen könnte dadurch die sehr belastende Gebärmutterspiegelung und Ausschabung erspart bleiben.

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DNA-Methylierung: Der WIDTM-qEC-Test misst das Ausmaß der Methylierung (hier dargestellt) von drei DNA-Regionen, die bei Frauen mit oder ohne Gebärmutterkrebs unterschiedlich stark ausfällt.
© EUTOPS/ Uni Innsbruck

Innsbruck – Innsbrucker Forscher haben einen neuen Test entwickelt, mit dem sich Gebärmutterkrebs (ein sogenanntes Endometriumkarzionom) – schnell und zuverlässig erkennen lässt. Für den Test reicht ein simpler Abstrich, wie er etwa auch zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) gängig ist.

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Erstautorin Chiara Herzog und Martin Widschwendter.
© Patrick Saringer

Laut Aussendung der Uni Innsbruck ist Gebärmutterkrebs die häufigste gynäkologische Krebserkrankung – Inzidenz stark steigend. Ein Symptom dafür können Blutungen außerhalb der Menstruation sein. Den Forschern zufolge kann mit einer vaginalen Ultraschalluntersuchung alleine eine Krebserkrankung nicht sicher ausgeschlossen werden. Dafür sei aktuell immer ein operativer Eingriff mit Gebärmutterspiegelung und Ausschabung notwendig.

Mit dem neuen sogenannten „WID™-qEC Test“ der Arbeitsgruppe um Martin Widschwendter vom European Translational Oncology Prevention & Screening Institute (EUTOPS) der Uni Innsbruck könnte Frauen das künftig erspart bleiben: Der Test stellt anhand eines einfachen Gebärmutterhals- oder Vaginalabstrichs fest, ob Gebärmutterkrebs vorliegt oder nicht. Dazu wird bei der genommenen Probe das Ausmaß der sogenannten Methylierung von drei DNA-Regionen gemessen, die bei Frauen mit oder ohne Gebärmutterkrebs unterschiedlich stark ausfällt.

Laut Uni Innsbruck hat der Test den Vorteil, dass nur wenige Frauen fälschlicherweise als positiv eingestuft werden. Somit werde die Anzahl der Frauen reduziert, die sich einer Operation unterziehen müssen.

1288 Abstriche analysiert

Im Rahmen der Entwicklung und Validierung des Tests wurden in unterschiedlichen Gruppen und Ländern insgesamt 1288 Gebärmutterhalsabstriche von Frauen mit und ohne Gebärmutterkrebs analysiert. Beispielsweise erkannte der Test innerhalb einer Kohorte von 63 Frauen mit Blutungen nach den Wechseljahren alle acht Frauen, bei denen in Folge Gebärmutterkrebs diagnostiziert wurde.

Bei Verwendung des neuen Tests „müssen sich viel weniger Frauen mit abnormalen Blutungen invasiven diagnostischen Verfahren unterziehen. Durch die einfache Probenentnahme wird eine flächendeckende, qualitätsgesicherte Abklärung ermöglicht", betonte Widschwendter. (TT.com)


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