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Das eigentlich starke Geschlecht: Die Frauen und der X-Faktor

Ein X mit Superkräften: Im zweiten X-Chromosom ruhen lebenswichtige Gene, die Frauen begünstigen.Fotos: iStock, Gräfe und Unzer

Eigentlich sind Frauen das starke Geschlecht, sagt der Gynäkologe Johannes Huber. Aus biologischer Sicht sind sie den Männern überlegen. Das liegt auch an den 1000 Extra-Genen.

Herr Professor, der weibliche Körper besitzt mit dem zweiten X-Chromosom 1000 Gene mehr als der Mann, auf dessen Y-Chromosom lediglich rund 100 Gene liegen. Ist diese genetische Überlegenheit ein medizinischer Vorteil?

Johannes Huber: Ja. Im X-Chromosom ruhen lebenswichtige Gene, die Frauen helfen, Infektionen besser zu bekämpfen, und das Mortalitätsrisiko senken. Die 1000 Gene auf dem zweiten X befinden sich in Ruheposition. Sie helfen dem ersten X aus, wenn es Unterstützung braucht.

Ein aktuelles Beispiel ist Covid-19, an dem Frauen milder und seltener erkranken. Hier sind beide X-Chromosomen aktiv. Das ACE-Rezeptor-Gen des an sich inaktiven zweiten X-Chromosoms wird aktiviert und springt ein, wenn die Frau erkrankt. Und natürlich hat auch das Hormon Östrogen eine schützende Wirkung.